Überbetriebliche Pensionskassen mit höheren Erträgen als betriebliche

Wien (APA) - Überbetriebliche Pensionskassen haben im Vorjahr deutlich höhere Veranlagungserträge erwirtschaftet als betriebliche Kassen, geht aus einer heute veröffentlichten Analyse des Beratungsunternehmens Mercer hervor. Zwischen den überbetrieblichen Kassen waren die Unterschiede in den einzelnen Anlagekategorien hoch. Mercer spricht sich für eine Novelle des Pensionskassengesetzes aus.

Die Pensionskassen haben im Vorjahr im Durchschnitt wie berichtet Veranlagungserträge von 6,13 Prozent und damit mehr als im Jahr 2016 mit 4,18 Prozent erwirtschaftet. Die Performance der überbetrieblichen Kassen lag 2017 laut Mercer bei 6,34 Prozent, jene der betrieblichen Kassen bei 4,07 Prozent.

Die APK Pensionskasse und die VBV-Pensionskasse hätten je zwei erste Plätze belegt, heißt es in einer Mercer-Mitteilung von heute, Dienstag. Die APK gewann in den Anlagekategorien "konservativ" (Jahresrendite 6,94 Prozent) und "ausgewogen" (7,10 Prozent), die VBV in den Kategorien "defensiv" (4,61 Prozent) und "dynamisch" (8,79 Prozent). Die Valida Pensionskasse führte das Ranking in der "aktiven" Kategorie mit 8,99 Prozent an.

In den einzelnen Veranlagungskategorien seien die Unterschiede zwischen den betrieblichen Pensionskassen doch beträchtlich gewesen: In der Anlageklasse "aktiv" mit einem Aktienanteil von 32 bis 40 Prozent seien zwischen dem Besten und dem Letztplatzierten 4,62 Prozentpunkte gelegen.

Die acht Betrieblichen Vorsorgekassen, die das Geld für die "Abfertigung Neu" verwalten, würden wegen der gesetzlich vorgesehenen kurzen Mindestbindefrist von drei Jahren das Kapital sehr defensiv anlegen. Die durchschnittliche Performance aller Kassen lag im Vorjahr bei 2,15 Prozent und damit etwas niedriger als 2016 mit 2,25 Prozent. Den höchsten Veranlagungsertrag wies die Valida mit 3,0 Prozent auf. Auf Platz zwei folgte die fair-finance mit 2,61 Prozent. An dritter Stelle lag die APK mit 2,29 Prozent.

Mit dem Bekenntnis der neuen Regierung, die kapitalgedeckte Zusatzvorsorge stärken zu wollen, müsste nach Ansicht von Mercer eine Änderung der Gesetzeslage einhergehen, um das Pensionskassensystem flexibler zu gestalten. Eine Möglichkeit hierfür biete sich bei der Implementierung der EU-Pensionsfondsrichtlinie an, die bis Anfang 2019 in nationales Recht überführt werden muss und deren wichtigste Neuerungen das interne Risikomanagement und die Informationen für Versicherte beträfen.

Michaela Plank, Expertin für betriebliche Altersvorsorge bei Mercer Österreich, empfiehlt unter anderem eine Anpassung der Veranlagungsgrenzen. So sei etwa die Fremdwährungsgrenze von höchstens 30 Prozent für die Ausschöpfung der maximalen Anlagechancen nicht förderlich. Verbesserungspotenzial gebe es auch bei der Informationspflicht.

Die Umsetzung der Richtlinie könnte neben den notwendigen Ergänzungen auch dazu genutzt werden, das Pensionskassensystem flexibler zu machen. Ein Vorschlag ist, das angesparte Kapital unter bestimmten Rahmenbedingungen auch für Pflege oder andere Vorsorgezahlungen vor Pensionsantritt nutzbar zu machen.

Vorgeschlagen wird auch eine Wahlmöglichkeit beim Rechnungszins, der derzeit im Pensionskassenvertrag festgelegt wird und die gesamte Anwartschafts- und Leistungsphase aufrecht bleibt. Durch eine individuelle Wahlmöglichkeit beim Rechnungszins zum Zeitpunkt der Pensionierung könnten die Kunden selbst ihre Pensionshöhe festlegen. Mit dem Rechnungszins errechnet werden Pensionsleistungen, die man aufgrund der Beiträge erwarten kann bzw. jene voraussichtlich nötigen Beiträge zum Erreichen einer bestimmten Pensionsleistung.

Das Ziel, die kapitalgedeckte Zusatzpension auf eine breitere Basis zu stellen, könne am einfachsten über Kollektivverträge erreicht werden: Standard-Pensionskassenverträge könnten inkludiert werden, um stabile rechtliche Rahmenbedingungen für eine Implementierung zu schaffen. Begleitet werden müsste dies von steuerlichen Anreizen, "ohne jedoch ein Subventionssystem zu schaffen".

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