UBM plant bis Ende 2016 Immobilienverkäufe in Milliardenhöhe

Wien - Der börsennotierte Immobilienentwickler UBM will bis Ende 2016 Immobilien im Wert von rund 1,5 Mrd. Euro abstoßen. "Heuer und nächstes Jahr wird verstärkt verkauft, wodurch sich unsere Nettoverschuldung stark verringern wird", sagte Konzernchef Karl Bier heute, Dienstag. Heuer werde ein Volumen von 720 bis 750 Mio. Euro angestrebt und nächstes Jahr "dann noch einmal eine ähnliche Größenordnung".

"Im Laufe des Jahres" steht bei der UBM auch noch eine Kapitalaufstockung auf dem Plan. Das genaue Volumen sei noch zu definieren, sollte sich aber "zwischen 80 und 100 Mio. Euro" bewegen. Beschlüsse dazu liegen den Angaben zufolge noch nicht vor. Laut derzeitiger Aktionärsstruktur gehören 48,3 Prozent des Konzerns dem Syndikat rund um Klaus Ortner und Porr-Chef Karl-Heinz Strauss, 11 Prozent befinden sich in Händen von Management und Aufsichtsrat und 40,7 Prozent im Streubesitz.

Die UBM Realitätenentwicklung AG wurde per 19. Februar 2015 mit der ausgekoppelten Immobiliensparte des Baukonzerns Porr (PIAG) zusammengelegt. "Neben den Assets, die wir aus der Verschmelzung bekamen, haben wir natürlich auch entsprechende Verbindlichkeiten übernommen", räumte Bier in einer Pressekonferenz ein. Gegenüber 2013 stieg die Nettoverschuldung von 321,9 Mio. Euro (nur UBM) auf 571,3 Mio. Euro (Pro-forma-Wert für die aus der PIAG und der UBM alt fusionierten neuen Gesellschaft). Die kurzfristigen Verbindlichkeiten legten von 118,6 auf 250,8 Mio. Euro zu, die langfristigen von 348,5 auf 561,3 Mio. Euro. Die Eigenkapitalquote verringerte sich von 26 auf 24,6 Prozent.

Ende April will die UBM Realitätenentwicklung AG vom Wiener Börsensegment Standard Market Auction in den Standard Market Continous wechseln. Auf der kommenden Hauptversammlung am 20. Mai wird der Konzern in UBM Development AG umbenannt.

Die Pro-forma-Bilanzzahlen für die aus der PIAG und der UBM fusionierten Gesellschaft haben sich gegenüber der "UBM alt" naturgemäß stark verändert: Die Produktionsleistung erhöhte sich von 286,7 Mio. Euro (nur UBM-Konzern) auf 482,6 Mio. Euro (gemeinsamer Pro-forma-Wert). Die Umsatzerlöse stiegen nach diesem Schema von 217,3 auf 315,3 Mio. Euro.

Massive Zuwächse ergaben sich demnach auch für die Gewinne - das operative Ergebnis (EBIT) verbesserte sich von 29,4 auf 53,5 Mio. Euro, der Jahresüberschuss von 13,5 auf 28,2 Mio. Euro. Der Gewinn je Aktie stieg von 2,14 auf 4,35 Euro, die Dividende soll auf der kommenden Hauptversammlung von 0,62 auf 1,25 Euro je Aktie verdoppelt werden. Die Ausschüttungsquote würde dadurch von 29 auf 28,7 Prozent sinken.

Die UBM AG allein weist für 2014 einen Bilanzgewinn von rund 7,5 Mio. Euro aus (2013: 3,8 Mio. Euro). Dieser bildet laut Jahresbericht die Bemessungsgrundlage für die Ausschüttung. Der Jahresüberschuss der AG allein stabilisierte sich bei 7,7 Mio. Euro (Jahr davor: 7,8 Mio. Euro). Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) verschlechterte sich um 11 Prozent von 7,3 auf 6,5 Mio. Euro. Der Umsatz nahm von 19,2 auf 32,9 Mio. Euro massiv zu, was vor allem auf Immobilienverkäufe und die Verrechnung von Managementdienstleistungen für Projekte in Tschechien, Polen, der Slowakei, Rumänien, Deutschland und Russland sowie Mieteinnahmen aus österreichischen Büro-, Gewerbe- und Wohnimmobilien zurückzuführen war.

Der neu geschaffene UBM-Konzern will sich künftig auf die drei Märkte Österreich, Deutschland und Polen konzentrieren und nur vereinzelt Immobilien in Amsterdam oder Paris entwickeln. Ziel sei es letztlich etwa 75 Prozent des Portfolios auf dem deutschsprachigen Markt zu haben und etwa 20 Prozent in Polen. In Deutschland sei UBM bereits in München, Berlin und Hamburg tätig, in den Regionen Köln, Düsseldorf und Frankfurt möchte das Unternehmen wachsen.

Der südafrikanische Steinhoff-Großaktionär Christo Wiese kappt nach seinem Rücktritt als Verwaltungsratschef weitere Verbindungen zu dem angeschlagenen Handelsriesen. Wiese sagte am Freitag den Verkauf der Einzelhandelskette Shoprite an Steinhoffs Afrika-Tochter STAR ohne Angabe von Gründen ab.
 

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Steinhoff-Großaktionär sagt Milliarden-Firmenverkauf ab

Der kriselnde Möbelhändler Steinhoff - Muttergesellschaft von Kika/Leiner - lässt seinen Ankündigungen Taten folgen und versilbert Anteile an der südafrikanischen Investmentgesellschaft PSG Group. So habe das Unternehmen 20,6 Millionen Aktien oder 9,5 Prozent der Anteile an PSG verkauft, teilte Steinhoff am Freitag mit.
 

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Steinhoff verkauft Anteile an südafrikanischer Investmentgesellschaft

Am Mittwoch ist die Air-Berlin-Tochter Niki pleitegegangen. Noch gibt es eine leise Hoffnung, die Firma zu erhalten. Unterdessen fischen Konkurrenten bereits nach den hoch qualifizierten Niki-Mitarbeitern. Und auch die Kunden können hoffen, dass sie nicht um ihr Geld umfallen. Die deutsche Regierung muss aber einen Teil ihres 150 Mio. Euro schweren Überbrückungskredits für Air Berlin abschreiben.
 

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Niki-Pleite - Chancen für Mitarbeiter und letzte Hoffnung für Firma