UBM-Chef Bier sieht keine dunklen Wolken am Immobilienmarkt

Wien - Die im Vorjahr aus der PIAG Immobilien und der UBM Realitätenentwicklung entstandene UBM Development AG (UBM) blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2015 zurück. Die Nachfrage sei in allen Assetklassen sehr stark gewesen, der Anteil der Vorverwertungen sei auf 70 bis 80 Prozent - teilweise 100 Prozent, gestiegen, sagte UBM-Chef Karl Bier am Mittwoch bei der Präsentation der vorläufigen Zahlen.

"Wir sehen am Immobilienmarkt keine dunklen Wolken aufziehen. Wir sind auch von einer Blasenbildung weit entfernt", sagte Bier. Der Zwang der Investoren, in der Immobilienindustrie dabei sein zu wollen, sei so groß, dass bereits für die Jahre 2017, 2018 und 2019 Projekte "eingestellt" werden könnten. Somit sei die Planungssicherheit sehr groß. Die Immobilienfonds, darunter auch asiatische, hätten oft schon Schwierigkeiten, passende Veranlagungsprodukte zu finden.

Nicht zuletzt aufgrund des Mergers mit der PIAG stieg die Produktionsleistung im Vorjahr um 72,2 Prozent von 342,7 auf rund 570 Mio. Euro. Das Vorsteuerergebnis konnte von 25,2 auf rund 50 Mio. Euro fast verdoppelt werden. Den Aktionären wird eine Anhebung der Dividende von 1,25 auf 1,60 Euro je Aktie in Aussicht gestellt, was einer Ausschüttungsquote von 30 Prozent und einer Dividendenrendite von über 5 Prozent entspreche.

In der zweiten Jahreshälfte soll die UBM-Aktie in den Prime Market der Wiener Börse kommen, so das Ziel. Das Syndikat Strauss-Ortner hält derzeit mit knapp 39 Prozent die relative Aktienmehrheit, gut 52 Prozent sind im Streubesitz. Die beiden Vorstände halten selbst keine UBM-Aktien. Es befinde sich allerdings ein Management-Beteiligungsprogramm in Ausarbeitung.

2015 profitierte der Immobilienentwickler auch von der sehr starken Nachfrage am Hotelmarkt. "Es wird immer früher gekauft", sagte Bier, "lange vor Baubeginn, oft auch schon vor der Baugenehmigung".

Im Vorjahr wurden 14 Objekte für rund 400 Mio. Euro verkauft. Nach Abzug der Kosten wurden 170 Mio. Euro in die Kassen gespült. Damit habe man das Ziel von 250 Mio. Euro bereits zu zwei Drittel erfüllt, so Bier. Für heuer sei die Pipeline "voll". So werden etwa Wohnungen in Frankfurt, Berlin und Wien gebaut, Hotels in Amsterdam, Frankfurt und Warschau. Derzeit seien 1.800 Hotelzimmer in Bau.

Den Anstieg der Nettoverschuldung von 438 auf 620 Mio. Euro hängt laut Finanzchef Heribert Smole neben der Übernahme eines 400 Mio. Euro schweren Immopaketes von der Strauss und Partner auch damit zusammen, dass Vorverkäufe bilanziell nicht wirksam seien.

Für heuer erwarten die UBM-Chefs ein gutes Jahr, die Preissprünge in der Immobilienbranche sollten allerdings nicht mehr so stark ausfallen, wie etwa letztes Jahr. So seien die Immobilienpreise etwa seit dem Sommer um rund 10 Prozent gestiegen. Statt ganzer Portfolios seien eher Einzelobjekte verkauft worden, weil so ein besserer Preis erzielt werden konnte. Auch stoße man mit 360 Mitarbeitern bereits an die Kapazitätsgrenzen.

Eine deutlich steigende Nachfrage erwartet sich Bier von asiatischen Investoren. "Das kommt sicher stärker, die haben viel Geld und wollen kaufen". Im Abschluss seien sie aber zögerlich, würden sich alles sehr genau anschauen.

An der Wiener Börse konnte die UBM-Aktie entgegen den allgemeinen Trend bis gegen Mittag um 1,7 Prozent auf 30,66 Euro zulegen.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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