U-Bahn-Bau: 700 Wiener Kleinunternehmen bekommen "Sofort-Hilfe"

Wien (APA) - Ein Verbund aus Stadt Wien, Wirtschaftskammer Wien und der Wirtschaftsagentur Wien will mit 3,8 Mio. Euro an Fördergeldern Geschäftsrückgänge von Kleinunternehmen abfedern, die direkt vom Bau der U5 und der Streckenverlegung der U2 betroffen sein werden. Dabei soll die Abwicklung unbürokratisch und rasch erfolgen, versprachen die Verantwortlichen bei einer Pressekonferenz am Donnerstag.

Auf der Wiener Mariahilfer Straße sieht man sie bereits: Bauzäune, die das Entstehen der türkisen U-Bahnlinie U5 ankündigen. Die Begleiterscheinungen für die dort ansässigen Unternehmen sind Staub, Lärm oder die Bauzäune verstellen gar den Zugang oder Blick auf das Geschäft. "Seitens der Unternehmen hat es die Sorge vor Beeinträchtigungen gegeben", sagte der Geschäftsführer der Wirtschaftsagentur Wien, Gerhard Hirczi, zur APA. Daher hat man gemeinsam mit der Stadt Wien und der Wirtschaftskammer Wien die "U-Bahn-Bau-Soforthilfe" beschlossen, die bereits im Vorhinein auf diese Probleme reagiert. Die Wirtschaftsagentur ist für die Abwicklung der Förderungen zuständig.

Knapp 3,8 Mio. Euro stehen für die nächsten drei Jahre zur Verfügung, in denen ein besonders geschäftiger Bereich der Stadt von Baustellen geprägt sein wird. Die erste Bauphase wird die Stationen Schottentor, Rathaus, Neubaugasse, Pilgramgasse, Reinprechtsdorfer Straße und Matzleinsdorfer Platz betreffen. "Das ist ein ganz zentraler Abschnitt - es gibt hier wenig Platz für die Unternehmen. Wir wollen hier rasch, unbürokratisch und effizient helfen", erklärte Finanzstadtrat Peter Hanke (SPÖ). Die Stadt Wien und die Wiener Wirtschaftskammer werden jeweils 600.000 Euro pro Jahr in das Projekt investieren, um damit 700 Kleinunternehmen im Erdgeschoß unter die Arme zu greifen. "Das ist mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein", lobte der Wirtschaftskammer-Wien-Präsident Walter Ruck das Vorhaben.

Dabei sei die Vergabe an zwei Kriterien geknüpft. Das ansuchende Unternehmen dürfe nicht mehr als 50 Beschäftigte sowie einen Jahresumsatz bzw. eine Jahresbilanzsumme von unter zehn Mio. vorweisen, führte Hirczi aus. Außerdem müsse das Unternehmen Mitglied der Wirtschaftskammer Wien sein. Mindestens zwei Formen der Beeinträchtigung müssen darüber hinaus gegeben sein, wie eine Behinderung von Liefertätigkeiten oder eine Einschränkung der Sicht auf das Geschäft. Sind die Voraussetzungen erfüllt, kann die Förderung auf zwei Schienen greifen. Einerseits bei der Unterstützung der Miet- und Betriebskostenzahlungen (35 Prozent und bis zu 7.500 Euro pro Jahr), andererseits für das Setzen individueller Maßnahmen (80 Prozent und bis zu 7.000 Euro pro Jahr), wie die Eröffnung eines Pop-up-Stores an einem anderen Standort. "Die Chance, eine Förderung zu bekommen, ist sehr hoch", kündigte Hirczi an. Bei einer Bewilligung werden sofort 25 Prozent ausbezahlt, um nicht erst auf bereits entstandene Schäden zu warten. Ab 1. November kann um eine Unterstützung angesucht werden.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte