Türkei verdoppelte Wirtschaftswachstum - Ökonom: Tempo nicht haltbar

Istanbul (APA/Reuters) - Die türkische Wirtschaft ist im dritten Quartal so kräftig wie seit sechs Jahren nicht mehr gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag zwischen Juli und September um 11,1 Prozent höher als ein Jahr zuvor, wie das Statistikamt des Landes am Montag mitteilte. Ökonomen waren von 10 Prozent ausgegangen.

Damit hat sich das Wachstum mehr als verdoppelt: Im zweiten Quartal reichte es zu 5,4 Prozent, am Jahresanfang zu 5,3 Prozent. Das starke Plus erklärt sich zu einem guten Teil aus der Schwäche im Vorjahr: Im dritten Quartal 2016 war die Wirtschaft wegen der Verunsicherung nach dem gescheiterten Putsch um 0,8 Prozent geschrumpft. "Das extrem hohe Tempo wird nicht anhalten", erwartet deshalb Ökonom William Jackson vom Analysehaus Capital Economics.

Sowohl der private Konsum als auch Investitionen und Exporte legten diesmal zu. Dienstleister, Baubranche und Industrie wiesen ein besonders kräftiges Wachstum aus. Die Regierung in Ankara hat mit höheren Ausgaben, neuen Steuerregeln und einem Kreditgarantiefonds die Konjunktur angekurbelt. Im Gesamtjahr 2017 dürfte das Schwellenland nach den Worten von Entwicklungsminister Lutfi Elvan zwischen sechs und sieben Prozent zulegen, wie er dem Sender AHaber sagte. Die Weltbank geht bisher von 4 Prozent aus.

Viele Experten rechnen damit, dass die Notenbank noch in dieser Woche ihren Leitzins anheben wird. Er rechne mit einer "unabhängigen, freien, autonomen" Zinsentscheidung am Donnerstag, sagte Wirtschaftsminister Nihat Zeybekci dem Sender TRT Haber. Es gebe Leute, die zu einer Erhöhung um eineinhalb oder sogar drei Prozentpunkten raten würden. "Ich glaube nicht, dass die gute Absichten haben", sagte Zeybekci. Präsident Recep Tayyip Erdogan hat sich selbst als "Feind von Zinsen" bezeichnet und die Notenbank mehrfach scharf attackiert.

Diese steht aber auch von anderer Seite unter Druck: Wegen der schwächelnden Landeswährung Lira ist die Inflationsrate derzeit mit fast 13 Prozent so hoch wie seit 14 Jahren nicht mehr. Höhere Zinsen können die Währung attraktiver machen und so den Preisanstieg dämpfen.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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