Türkei: Massive Exportrückgänge im Mai

Istanbul - Die türkische Wirtschaft hat für Mai einen 19-prozentigen Exportrückgang gemeldet. Es ist der dramatischste Einbruch seit dem globalen Krisenjahr 2008. Damals waren die Ausfuhren im Folgejahr um über 22 Prozent gesunken. Mitschuld an dem Debakel tragen die Streiks in der Automobilindustrie.

Die jetzt veröffentlichen Maizahlen sind bittere Pillen für die türkische Wirtschaft, die bereits mit der Währungsschwäche der Lira und den politischen Krisen in den Nachbarstaaten zu kämpfen hat. Nun haben die Streiks in der Automobilmetropole Bursa im Westen des Landes die Ausfuhrbilanzen weiter verschlechtert.

Wie die Vereinigung der Exporteure TIM am Montag bekanntgab, sind die Exporte im Mai gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 13,36 Mrd. Dollar auf 10,82 Mrd. Dollar (9,86 Mrd. Euro) zurückgegangen. In den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres sanken die Ausfuhren gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 8,3 Prozent auf 61,3 Mrd. Dollar.

Der Chef der Vereinigung, Mehmet Büyükelci, beziffert die Verluste durch die Arbeitskämpfe in den Werken von Oyak Renault, Tofas und Ford Otosan sowie zahlreichen Zuliefererfirmen mit über 500 Mio. Dollar. Trotz der Einbrüche im Automotivsektor von 27,4 Prozent auf 1,48 Mrd. Dollar im Mai bleibe die Automobilindustrie weiterhin die Exportlokomotive der türkischen Wirtschaft, betonte Büyükelci.

In der Folge sind auch die Exporte nach Deutschland, das wichtigste Abnehmerland türkischer Erzeugnisse, im vergangenen Monat um 26,1 Prozent auf eine knappe Milliarde gesunken. Insgesamt verzeichnete die Türkei bei acht seiner zehn wichtigsten Ausfuhrländer ein zweistelliges Minus.

Die Exporte nach Großbritannien sind um fast 16 Prozent geschrumpft, Ausfuhren in den Irak gingen um rund 38 Prozent zurück, nach Russland, dem zehntgrößten Auslandsmarkt, sind im Mai fast 41 Prozent weniger Waren geliefert worden.

Nur der Iran, an sechster Stelle der wichtigsten türkischen Abnehmerländer, sowie Saudi-Arabien wiesen ein deutliches Wachstum im zweistelligen Bereich auf.

Die höchsten Exportsteigerungen im Mai nach Branchen waren Edelsteinprodukte sowie Haselnusserzeugnisse, heißt es in dem Bericht der Exportvereinigung TIM. Die stärksten Rückgänge wurden bei tierischen Produkten und Industrieerzeugnissen verzeichnet.

Was die Exporteure in ihrem Bericht nicht auflisten, sind die Goldexporte der Türkei, vorrangig in die Schweiz. Diese hätten das Außenhandelsdefizit deutlich verringert, gab die türkische Statistikbehörde TUIK vor einigen Tagen bekannt. Auch der sinkende Ölpreis habe die Bilanz verbessert, heißt es dort.

Paris (APA/AFP) - Die L'Oreal-Erbin Liliane Bettencourt ist im Alter von 94 Jahren gestorben. Das teilte am Donnerstag die Tochter der Multi-Milliardärin mit, deren Finanzaffären jahrelang Frankreich und die Anhänger des früheren Präsidenten Nicolas Sarkozy in Atem gehalten hatten. Bettencourt starb demnach "friedlich" zu Hause.
 

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L'Oreal-Milliardärin Liliane Bettencourt ist tot

London (APA/AFP) - Vor einer Grundsatzrede der britischen Premierministerin Theresa May zum Brexit hat die EU den Druck auf London erhöht. Er halte eine rasche Einigung über den Rückzug Großbritanniens aus der Europäischen Union noch für möglich, sagte EU-Chefunterhändler Michel Barnier am Donnerstag in Rom. Dafür müsse London aber "ab nächster Woche" konkrete Vorschläge vorlegen.
 

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EU erhöht Druck auf London vor nächster Brexit-Verhandlungsrunde

Washington (APA/AFP) - Mercedes weitet seine Produktion in den USA deutlich aus. Zusätzlich eine Mrd. Dollar (832,85 Mio. Euro) soll in den Standort im Südstaat Alabama investiert werden, teilte der Autobauer am Donnerstag anlässlich der Feier zum 20. Jahrestag des Produktionsbeginns in dem Werk in Tuscaloosa mit. Das Werk wird unter anderem auch vom heimischen Stahl- und Technologiekonzern voestalpine beliefert.
 

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Mercedes investiert eine Milliarde Dollar in US-Standort