Türkei-Buchungen stimmen TUI optimistisch - Aktie im Minus

Hannover (APA/dpa-AFX) - Die Urlaubslust der Europäer lässt den weltgrößten Reisekonzern TUI frohlocken. Die Buchungen für die Sommersaison legen zu, die Leute geben mehr Geld für Urlaub aus, und sogar die Türkei ist wieder gefragt. Vorstandschef Fritz Joussen sieht den Konzern damit auf Kurs, seinen operativen Gewinn in diesem Geschäftsjahr wie geplant zu steigern.

Unterdessen investiert er weiter in neue Schiffe, Hotels und sogar Flugzeuge.

Am Finanzmarkt ging es für die TUI-Aktie abwärts. Mit einem Abschlag von rund 1,5 Prozent gehörte das Papier an der Londoner Börse zu den schwächsten Werten im Leitindex FTSE 100. Allerdings haben die Papiere seit Jahresbeginn damit immer noch rund zwölf Prozent gewonnen.

"Unser Wachstum geht weiter, sämtliche Trends sind intakt, und die sehr guten Buchungen für den Sommer 2018 entsprechen voll unseren Erwartungen", sagte Joussen am Mittwoch bei der Vorlage der Zwischenbilanz in Hamburg. Im laufenden Geschäftsjahr bis Ende September will er den operativen Gewinn (bereinigtes Ebita) wie geplant währungskursbereinigt um mindestens 10 Prozent steigern.

Im Winterhalbjahr bis Ende März steigerte TUI den Umsatz im Jahresvergleich um 7 Prozent auf 6,8 Mrd. Euro. Der saisontypische operative Verlust verringerte sich um 26 Prozent auf knapp 159 Mio. Euro. Unter dem Strich schrumpfte das Minus um ein Viertel auf rund 271 Mio. Euro. Reiseveranstalter schreiben im Winter meist rote Zahlen. Ihre Gewinne fahren sie vor allem in der Hauptreisezeit im Sommer ein.

Für die heiße Jahreszeit sieht es bei TUI bereits gut aus. Die Buchungszahlen für den Sommer lägen bis jetzt fünf Prozent höher als im Vorjahr, sagte Joussen, der Umsatz sogar sieben Prozent. Spanien sei weiter gefragt. Besonders starke Zuwächse sieht der Manager in Griechenland, Nordafrika und die Türkei.

Das Land am Bosporus könnte ihm zufolge auf dem Weg zurück auf das Buchungsniveau aus der Zeit vor der jüngsten Krise sein, die von Terroranschlägen, Putsch und Ausnahmezustand ausgelöst wurde. 2016 waren die Türkei-Buchungen bei TUI um 40 Prozent eingebrochen und hatten 2017 etwa auf diesem Niveau stagniert. Nun berichtete Joussen von Zuwächsen von um die 100 Prozent.

Der Manager baut den Konzern seit seinem Antritt als Vorstandschef schrittweise vom Reisehändler zum integrierten Touristikkonzern um. Dabei setzt er vor allem auf konzerneigene Hotels mit Ketten wie Riu, Robinson und TUI Blue sowie die Kreuzfahrtschiffe der Konzerntöchter TUI Cruises, Marella Cruises und Hapag-Lloyd Cruises. Bis 2023 will der Konzern die Gesamtflotte von derzeit 16 auf voraussichtlich 19 Schiffe ausbauen. Gerade erst gaben Aufsichtsrat und Vorstand grünes Licht für den Bau eines dritten Expeditionsschiffes für Hapag-Lloyd.

Auch das Hotelportfolio von derzeit über 380 Häusern baut TUI weiter aus. Und für die konzerneigenen Fluggesellschaften will Joussen jetzt doch mehr Maschinen kaufen als leasen. Statt einem Viertel der Flotte will er künftig die Hälfte der Flugzeuge ins Eigentum nehmen.

Unterdessen verfolgen die Pleite von Air Berlin und der Ärger um massenhafte Flugausfälle bei der deutschen Fluglinie TUIfly den Konzern weiter. Die Insolvenz der Air-Berlin-Tochter Niki, dem Ferienflieger aus Österreich, kostete TUI im Winterhalbjahr 20 Millionen Euro. Und zu den Flugausfällen bei TUIfly im Herbst 2016 kassierte der Konzern vor wenigen Wochen eine Niederlage vor dem Europäischen Gerichtshof. Demnach muss er die betroffenen Kunden nun voraussichtlich doch im Rahmen der EU-Fluggastrechteverordnung entschädigen.

Joussen wollte die dadurch drohende Belastung nicht beziffern. Nach früheren Einschätzungen von Fluggastrechtlern geht es um mehrere Millionen Euro. Hintergrund ist der wilde Streik von TUIfly-Mitarbeitern im Herbst 2016. Piloten und Flugbegleiter hatten sich massenhaft krankgemeldet, nachdem TUI die Fluglinie mit der damals noch zahlungsfähigen Air-Berlin-Tochter Niki zusammenlegen wollte. TUIfly musste den Flugbetrieb wegen der Krankmeldungen zeitweise fast komplett einstellen. Der Deal mit Niki platzte einige Monate später, es folgte die Pleite von Air Berlin.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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