Türkei: CHP-Kandidat Ince verspricht Bildung und Ende des "Krawalls"

Ankara (APA/dpa) - Der türkische Präsidentschaftskandidat Muharrem Ince von der größten Oppositionspartei CHP will im Fall seines Sieges der Polarisierung der Gesellschaft entgegenwirken und auf Bildung setzen. "Nach dem 24. Juni wird es keinen Präsidenten geben, der auf den Bühnen Krawall macht", sagte Ince mit Blick auf die oft aggressiven Ansprachen von Amtsinhaber Recep Tayyip Erdogan.

"Die Probleme der Türkei werden durch Bildung gelöst, nicht durch Krawallmachen auf der Bühne." Ince sprach am Freitag in der Schwarzmeerstadt Rize, aus der Erdogans Familie stammt und die eine Hochburg von dessen islamisch-konservativer AKP ("Gerichtigkeits- und Entwicklungspartei"/"Adalet ve Kalkinma Partisi") ist.

In der Türkei werden am 24. Juni erstmals zeitgleich ein Präsident und das Parlament gewählt. Der Kandidat der Mitte-Links-Partei CHP ("Republikanische Volkspartei"/"Cumhuriyet Halk Partisi") und frühere Lehrer Ince sagte, in seiner Präsidentschaft werde es keine der umstrittenen "geheimen Zeugen" geben, die die Staatsanwaltschaften vor allem bei Anti-Terror-Prozessen ins Feld führen. "Es wird Menschen geben, die sich als Brüder betrachten, die sich umarmen, die Hoffnung für die Zukunft haben." Schwerpunkte seiner Präsidentschaft würden unter anderem die Förderung der Wissenschaft und die Modernisierung der Industrie.

Ince kritisierte Erdogans Regierung, die stets angibt, die Wirtschaft sei in gutem Zustand. "Warum gewinnen dann der Dollar und der Euro? Warum fällt die Börse?", fragte Ince. "Warum kommen die Menschen nicht über die Runden, wenn alles in der Türkei in Ordnung ist?"

Erdogan machte am Freitag vor Wirtschaftsvertretern in Ankara eine Verschwörung westlicher Staaten für die hohe Inflation in der Türkei verantwortlich. "Die Inflation war auf eine einstellige Zahl gesunken. Was hat damals der Westen bei uns vom Zaun gebrochen? Die Gezi-Proteste." Seiner Regierung sei es dennoch gelungen, Angriffe abzuwehren von "Türkeifeinden, die sich hinter der Maske von Devisenspekulanten, der Zinslobby oder Ratingagenturen verstecken".

Seine Zuhörer rief Erdogan dazu auf, Arbeitslose einzustellen und damit "die Spiele des Westens zu verderben". Er sprach sich zudem erneut gegen Zinserhöhungen aus. Die Lira verlor gegen den Dollar und den Euro am Freitag wieder deutlich an Wert.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte

Rom/Menlo Park (APA) - Nachdem die US-Internetriesen Google und Amazon wegen vermuteter Steuerhinterziehung ins Visier der italienischen Justiz geraten sind, hat sich Facebook mit Italiens Steuerbehörden auf die Zahlung von 100 Mio. Euro geeinigt, um ein Steuerverfahren abzuschließen. Die Mailänder Justiz hatte dem E-Commerce-Riesen Steuerhinterziehung in Höhe von 300 Mio. Euro vorgeworfen, so italienische Medien.
 

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Facebook einigt sich mit italienischem Fiskus und zahlt 100 Mio. Euro