Trotz starkem Schweizer Franken: Mehr Touristen in der Schweiz

Neuenburg/Bern - Die Zahl der Übernachtungen in Schweizer Hotels hat im ersten vollen Monat nach Aufhebung des Euro-Mindestkurses deutlich zugenommen. Profitiert haben die Hoteliers im Februar indirekt bereits von frühen Ostern und von der guten Wirtschaftslage in Deutschland. Die Zahl der Übernachtungen nahm gegenüber dem Vorjahresmonat um 6 Prozent auf 3,1 Millionen zu, wie das Statistikamt mitteilte.

Zum deutlichen Plus haben sowohl in- wie ausländische Gäste beigetragen. Die Schweizer haben 8,4 Prozent mehr Hotelnächtigungen gebucht als im Vorjahr (insgesamt 1,5 Millionen). Die Übernachtungen von Gästen aus dem Ausland nahmen um 3,8 Prozent auf 1,6 Millionen zu, so das Bundesamt für Statistik am Dienstag.

Dabei hat die Nächtigungszahl nicht nur in den städtischen Zentren zugenommen, sondern auch in den großen Bergregionen Graubünden, Wallis (je +6,4 Prozent) und Berner Oberland (+11,8 Prozent) sowie in der Region Luzern/Vierwaldstättersee (+17,8 Prozent).

"Das ist eine erfreuliche Überraschung", sagt Christoph Juen, Direktor des Branchenverbandes Hotelleriesuisse auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Er sieht zwei Gründe, warum sich der Schweizer Tourismus deutlich besser als erwartet gehalten hat.

Den Anstieg der Gäste aus der Schweiz erklärt sich laut Juen vor allem mit der Lage der Ostern. Weil diese in diesem Jahr bereits auf das erste Wochenende im April fielen, hätten fast alle Kantone die Schul-Sportferien auf den Februar vorgezogen. Zudem hätten die Hotels davon profitiert, dass wider Erwarten kaum Stornierungen vorgenommen wurden.

Tatsächlich haben nicht einmal die Feriengäste aus Deutschland ihre frühzeitig gebuchten Winterferien abgesagt. Trotz "Frankenschocks" sind die Nächtigungen von Deutschen um 3,9 Prozent gestiegen, was Juen mit der guten wirtschaftlichen Lage in Deutschland erklärt. Aber auch Belgier und Holländer sind vermehrt in die Schweiz gereist. Insgesamt stieg die Zahl europäischer Gäste um ein Prozent.

Den deutlichsten Anstieg verbuchten jedoch asiatische Touristen. Deren Nächtigungszahl stieg um 22,5 Prozent an. "Das zeigt, wie wichtig und erfolgreich unser Marketing in dieser Region ist", sagt Juen dazu.

Um mehr als einen Drittel zurückgegangen ist dagegen die Zahl der russischen Touristen. Der Einbruch des Rubel und die Ukraine-Krise wirkten hier offenbar noch nach.

Dank der guten Zahlen im Februar zeigt sich Juen zuversichtlich, dass die Wintersaison für die Schweizer Hotels noch einigermaßen glimpflich über die Bühne geht. Dies auch wenn noch nicht klar ist, in welchem Umfang die Schweizer Hoteliers wegen der Aufwertung des Franken Rabatte gewährt und damit eine Umsatzeinbuße erlitten haben.

Auch bei den Übernachtungszahlen erwartet Juen keine Fortsetzung des Aufwärtstrends vom Februar. Im Monat März gebe es jedenfalls Anzeichen einer Abschwächung. "Die spontanen Buchungen haben nicht im üblichen Umfang stattgefunden", sagt er.

Große Sorgen macht sich der Direktor von Hotelleriesuisse aber, was die Sommersaison angeht. "Da braucht es nicht viel, dass es einen markanten Einbruch gibt", sagt er. Wirklich aufzeigen, wie stark die Aufwertung des Frankens dem Schweizer Tourismus schade, werde wohl erst die nächste Wintersaison.

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Steinhoff-Großaktionär sagt Milliarden-Firmenverkauf ab

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Steinhoff verkauft Anteile an südafrikanischer Investmentgesellschaft

Am Mittwoch ist die Air-Berlin-Tochter Niki pleitegegangen. Noch gibt es eine leise Hoffnung, die Firma zu erhalten. Unterdessen fischen Konkurrenten bereits nach den hoch qualifizierten Niki-Mitarbeitern. Und auch die Kunden können hoffen, dass sie nicht um ihr Geld umfallen. Die deutsche Regierung muss aber einen Teil ihres 150 Mio. Euro schweren Überbrückungskredits für Air Berlin abschreiben.
 

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Niki-Pleite - Chancen für Mitarbeiter und letzte Hoffnung für Firma