Trends zur "Anuga": Vegan ist in - und schnelles Essen unterwegs

Köln - Die weltgrößte Ernährungsmesse "Anuga" steht vor dem Start. Megatrend sind vegane Lebensmittel. Weil der Verbraucher in Eile und viel unterwegs ist, mag er auch schnell zuzubereitende Convenience-Produkte.

Die deutschen Verbraucher essen immer häufiger unterwegs, haben weniger Zeit, einzukaufen oder gar zu kochen. Das geht aus einer repräsentativen Studie der Bundesvereinigung der Ernährungsindustrie (BVE) und der Marktforschungsgesellschaft GfK hervor, die am Freitag in Köln vorgestellt wurde.

Frühstück und Mittagessen verlagerten sich besonders häufig nach draußen, sagte BVE-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff vor dem Start der weltgrößten Ernährungsmesse "Anuga". Die Nachfrage im Einzelhandel sinke mengenmäßig. Es gebe aber einen Trend, bewusster und hochwertiger zu kaufen und zu konsumieren.

Die Untersuchung mit Daten von 30.000 Haushalten zeigt auch: Qualität bestimmt heute bei 51 Prozent der Verbraucher, ob es ein Produkt in den Einkaufswagen schafft. 2005 war dagegen noch für 56 Prozent der Preis das ausschlaggebende Kriterium. Drei Viertel der Konsumenten messen dem Einfluss der Ernährung auf ihre Gesundheit inzwischen große Bedeutung zu.

Das spiegelt sich auch bei der von 10. bis 14. Oktober stattfindenden Branchenschau wider, zu der eine Rekordzahl von mehr als 7.000 Anbietern aus 108 Ländern an den Rhein kommt. Vegane Lebensmittel boomen. Im Trend liegen zudem vegetarische, fair gehandelte oder Bio-Produkte sowie "Free-From"-Essen - etwa ohne Laktose oder Gluten. Mit Blick auf wachsenden Zeitmangel, hohe Erwerbstätigkeit und Mobilität werden auch viele schnell zuzubereitende Convenience-Waren, kochfertige "Ready-To-Cook"-Angebote sowie Essen "To-Go" aufgetischt.

Laut Untersuchung werden im laufenden Jahr gut drei Milliarden Mahlzeiten weniger zu Hause verzehrt als 2005. Nur noch ein Drittel der Verbraucher (34 Prozent) koche regelmäßig. Dabei fehlt es laut BVE an Gelegenheit, Motivation, aber auch am Können. Der Anteil derer, die praktisch nie kochen, ist binnen zwei Jahren von 38 auf fast 42 Prozent gestiegen.

Auch Kinder essen ihr Frühstück und Mittagessen häufig nicht mehr daheim, betonte GfK-Konsumforscher Wolfgang Adlwarth. 2005 bekamen noch rund zwei Drittel - 69 Prozent - der Drei- bis Fünfjährigen ihr Mittagessen zu Hause, 2015 sind es nur noch 41 Prozent. Die Kleinen essen in der Kita, die etwas Älteren öfters in der Schule.

Die Haushalte geben laut Handelsverband BVLH durchschnittlich 296 Euro im Monat für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke aus. Die Preise sollen nach Branchenangaben auch 2016 nur leicht steigen. Der Inlandsmarkt gilt als gesättigt und ist hart umkämpft. Die Ernährungsindustrie sei in einer schwierigen Lage - mit einem Absatzrückgang von 2,1 Prozent auf knapp 82 Mrd. Euro im ersten Halbjahr, sagte BVE-Expertin Stefanie Lehmann. Die Hersteller reagierten auf die extrem breitgefächerten Bedürfnisse der Verbraucher mit jährlich 40.000 neuen Produkten.

Deutschland gilt als drittgrößter Lebensmittelexporteur weltweit. Die Ernährungsindustrie hat 5.800 Betriebe und 560.000 Beschäftigte.

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