Treichl: Erste Group auch im 2. Quartal mit höheren Ausgaben

Wien (APA) - Die Erste Group wird auch im zweiten Quartal 2018 vergleichsweise höhere Ausgaben als im Vorjahreszeitraum haben, stellte CEO-Andreas Treichl am Freitag nach der Veröffentlichung der Erstquartalsergebnisse bei einer Telefonkonferenz mit Analysten in Aussicht. "Im Gesamtjahr 2018 dürften sie dann aber geringer als 2017 ausfallen", betonte Treichl.

Im zweiten Quartal werden sich demnach speziell in Österreich und einigen osteuropäischen Ländern Lohnsteigerungen kostenerhöhend auswirken. Dagegen werden die Kosten für bestimmte Projekte wie für die neuen Bilanzierungsregeln IFRS 9 oder für MiFiD und anderer regulatorische Projekte graduell zurückgehen. Im zweiten Halbjahr sollte sich der Kostentrend dann umdrehen. Vor allem geht das Bank-Management davon aus, dass es im vierten Quartal nicht wieder zu eine deutlichen Kostensteigerung wie im Vorjahr kommen wird.

"Wir müssen unsere Kosten sorgsam managen, speziell dort, wo es Lohndruck gibt", meinte Finanzvorstand Gernot Mittendorfer. Die Erste Group wolle die besten Beschäftigten, deshalb werde man in einigen Ländern einen Anstieg bei den Personalkosten sehen. Stabilisieren oder sogar zurückgehen sollten diese in Österreich in den Headquarters. Man musste für diverse Projekte relativ teure externe Ressourcen anheuern. Diese würden nun zu Ende gehen.

Die deutlich gestiegenen IT-Ausgaben sind laut Treichl hauptsächlich regulatorisch bedingt. Der größte Brocken entfalle auf die IFRS 9-Umstellung. Das meiste sei davon aber bereits getan und werde im zweiten Quartal vorbei sein. Ähnliches gelte für MiFiD und andere regulatorische Projekte.

Bei der Online-Plattform George gebe es Platz für "auf und abs", abhängig von den drei Strategien, die man für George habe. Die erste Strategie beinhalte die Stabilisierung und Komplettierung der Produktpalette in Österreich, Tschechien und der Slowakei, wo George bereits ausgerollt wurde. "An dieser Front gibt es wenig bis kein Risiko für unvorhergesehene Ausgaben", so Treichl.

Die bereits gestartet zweite Strategie werde 2018 fortgesetzt. Dabei geht es um die Expansion in alle Länder, in denen die Erste Group tätig ist, etwa in Rumänien - und später auch in Ungarn, Kroatien und Serbien. "Da könnte es 'hickups' geben auf dem Weg", so Treichl. Derzeit sei aber nichts abzusehen.

Mit der dritten Strategie will die Erste Group mit George in Länder gehen, in denen sie noch nicht präsent ist und auch nicht mit Filialen hingehen möchte. "Sehr unwahrscheinlich, dass das dieses Jahr passiert und zu weiteren IT-Ausgaben führt", sagte Treichl. "Speziell aus österreichischer Sicht wird das ein größerer Markt sein - aber aus österreichischer Sicht ist alles ein größerer Markt", so Treichl auf die Frage eines Analysten.

Die Ratingverbesserung durch Moody's erlaube es US-Investoren mehr und mit längeren Laufzeiten mit der Erste Group zu investieren. Damit könne man Zinserträge in Höhe von rund 20 Basispunkten produzieren. Es gehe um ein Emissionsvolumen von 5 bis 10 Mrd. US-Dollar.

Bei den Anlegern kamen die Erstquartalszahlen nicht gut an. An der Wiener Börse brach der Kurs der Erste Group-Aktie bis gegen Mittag um über 5 Prozent auf 37,90 Euro ein und war damit negativer Ausreißer. Der ATX verlor 1,2 Prozent.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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