Transplantationen über Blutgruppen-Grenzen hinweg

Wien (APA) - Organ- und Zelltransplantationen gehören heute schon zur Routine in der Medizin. "Es gibt aber noch ein erhebliches Potenzial für Verbesserungen", sagte jetzt der Koordinator des Transplant Forums der MedUni Wien, Immunologe Thomas Wekerle, gegenüber der APA. Am Donnerstag (5. März) findet im Wiener AKH das diesjährige Symposium des Netzwerkes statt.

"Das 'Transplant Forum' gibt es seit zwei Jahren. Es geht um die Stärkung der Wissenschaft auf diesem Sektor in Wien. Bei dem internationalen Symposium haben wir fünf Sprecher, mit denen wir wissenschaftliche Kontakte pflegen", berichtete Wekerle.

Ein heißes Thema: Lori West vom Alberta Institute (Kanada) wird bei dem Symposium die Erfahrungen mit Herztransplantationen bei Neugeborenen über die Blutgruppen hinweg (AB0-inkompatibel; Anm.) sprechen. Für manche Neugeborene ist eine Herztransplantation die einzige Möglichkeit, deren Leben zu retten. Spender sind extrem rar. Bei den Nierentransplantationen gibt es schon Protokolle, mit denen die Patienten so behandelt werden, dass eine Transplantation auch von der Blutgruppe her nicht "passender" Spenderorgane möglich ist. Möglicherweise könnten davon auch Babys in Sachen Herztransplantationen profitieren. Hier soll es in Zukunft eine Kooperation geben.

Neue Möglichkeiten tun sich mit dem Immun-Monitoring bei Nierentransplantierten auf, so Birgit Sawitzki von der Charite in Berlin. Hier geht es um eine Personalisierung der immunsupprimierenden Therapie bzw. eine ganz enge Überwachung der Immunsituation der Patienten, um die notwendige medikamentöse Therapie ganz genau abstimmen zu können.

Peter Friend vom Oxford Transplant Center in Oxford wird Möglichkeiten zur Verbesserung des Status von Spenderorganen vorstellen. Wekerle: "Spenderorgane werden zunehmend nicht mehr nur kühl gelagert und so transportiert." Es gibt mehrere Verfahren der Perfusion von Organen während der Zeit bis zur Implantation, um damit die Spenderorgane möglichst zu schützen.

Vom Center for Transplantation in London kommt Giovanni Lombardi, der den aktuellen Stand der "Treg-Therapie" in der Transplantationsmedizin darstellen wird. Es handelt sich dabei um Bemühungen, mittels regulierender T-Lymphozyten die Immunantwort bei Transplantationspatienten so zu modulieren, dass es zu möglichst keiner Abstoßungsreaktion kommt. Donald Dafoe vom Cedars-Sinai-Spital in Los Angeles in den USA wird schließlich über Inselzell-Transplantationen zur Behebung des Diabetes mellitus berichten.

Kommentar

Standpunkte

Helmut A. Gansterer: "Weiß nicht, woher ich komme"

Geld

Ölpreis pendelt an der 50-Dollar-Marke

Wirtschaft

Wifo: Österreichs Wirtschaft wächst überdurchschnittlich schnell