Tourismusjobs etwas beliebter, aber immer noch unattraktiv

Wien (APA) - Die Beschäftigten in Gastronomie und Hotellerie sind mit ihren Jobs wieder zufriedener. Nach einer zehnjährigen Aufholjagd ist der Tourismus bei der Mitarbeiterzufriedenheit "endlich da angekommen, wo alle anderen Branchen sind", sagte Berend Tusch, Vorsitzender des Fachbereichs Tourismus in der Gewerkschaft vida am Freitag.

"Wir wollen noch besser werden", kommentierte die Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), Michaela Reitterer, den Arbeitsklima-Index Tourismus des Meinungsforschungsinstituts IFES, der Arbeiterkammer und der vida. Trotz der höheren Zufriedenheit unter den Arbeitnehmern ist der Tourismus bei der Attraktivität aber immer noch Schlusslicht. "Es ist eine unattraktive Branche", so die Gewerkschaft.

Handlungsbedarf sehen die Arbeitnehmervertreter etwa bei den Dienstzeiten: "Viele wissen heute nicht, ob und wie sie morgen Dienst haben", so Tusch. Es müsse aber auch im Tourismus möglich sein, ein Mindestmaß an Planbarkeit und Verbindlichkeit sicherzustellen, betonte der Gewerkschafter. Zudem klagten die Beschäftigten über physische Belastungen und Stress.

Die Arbeitsplatzsicherheit ist dem Index zufolge im Vergleich zu 2014 deutlich gestiegen. 61 Prozent der Beschäftigten im Tourismus glauben, dass sie langfristig in derselben Position verbleiben werden. 2014 waren es noch 50 Prozent. Nur 17 Prozent können sich vorstellen, einen ganz anderen Job anzunehmen oder sich selbstständig zu machen.

"Die Menschen im Tourismus sehen wieder verstärkt ihre berufliche Zukunft in dieser Branche und sind bereit, diese Reise weiterzumachen und nicht alles hinzuschmeißen", meinte Tusch. Auch die ÖHV sieht die Branche auf einem guten Weg. "Sichere Arbeitsplätze, gutes Arbeitsklima, steigende Gehälter und internationale Karrierechancen auch für Nicht-Akademiker sind gute Argumente", so Reitterer und wirbt um weitere Mitarbeiter.

Kurz vor dem Start der heurigen Wintersaison seien noch 80 Prozent der Hotels auf der Suche nach Personal. "Eingestellt werden Hilfs- und Fachkräfte für Küche und Service, Rezeption, Etage und Management", heißt es von den Arbeitgebern.

Der südafrikanische Steinhoff-Großaktionär Christo Wiese kappt nach seinem Rücktritt als Verwaltungsratschef weitere Verbindungen zu dem angeschlagenen Handelsriesen. Wiese sagte am Freitag den Verkauf der Einzelhandelskette Shoprite an Steinhoffs Afrika-Tochter STAR ohne Angabe von Gründen ab.
 

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Steinhoff-Großaktionär sagt Milliarden-Firmenverkauf ab

Der kriselnde Möbelhändler Steinhoff - Muttergesellschaft von Kika/Leiner - lässt seinen Ankündigungen Taten folgen und versilbert Anteile an der südafrikanischen Investmentgesellschaft PSG Group. So habe das Unternehmen 20,6 Millionen Aktien oder 9,5 Prozent der Anteile an PSG verkauft, teilte Steinhoff am Freitag mit.
 

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Steinhoff verkauft Anteile an südafrikanischer Investmentgesellschaft

Am Mittwoch ist die Air-Berlin-Tochter Niki pleitegegangen. Noch gibt es eine leise Hoffnung, die Firma zu erhalten. Unterdessen fischen Konkurrenten bereits nach den hoch qualifizierten Niki-Mitarbeitern. Und auch die Kunden können hoffen, dass sie nicht um ihr Geld umfallen. Die deutsche Regierung muss aber einen Teil ihres 150 Mio. Euro schweren Überbrückungskredits für Air Berlin abschreiben.
 

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Niki-Pleite - Chancen für Mitarbeiter und letzte Hoffnung für Firma