Tourismus - Ägyptischer Botschafter: Überall kann etwas passieren

Die jüngsten Terrorattacken in Paris und Istanbul, aber auch der Anschlag im ägyptischen Hurghada mit zwei verletzten Österreichern verunsichern Touristen. Ägypten ist um Beruhigung bemüht. Passieren kann überall etwas, sagte der ägyptische Botschafter in Österreich am Freitag bei der Wiener Ferienmesse. Die Sicherheitsmaßnahmen in seinem Land werden aber verschärft.

Wenn man sich die täglichen Nachrichten ansehe, traue man sich nirgends mehr hinzugehen, so Botschafter Khaled Abdel-Rahman Shamaa bei einer Pressekonferenz. "Aber das ist nicht das Leben." Ja, es gebe Vorfälle wie den Anschlag gestern in Jakarta - bei dem auch ein Österreicher verletzt wurde -, jenen in Istanbul und jenen in Paris. "Das heißt nicht, dass die Menschen diese Städte nicht mehr besuchen sollen."

Zum Anschlag in Hurghada meinte der Botschafter, dass es zu Beginn falsche Informationen der ägyptischen Presse gegeben habe. Zuerst habe man gedacht, es handle sich um einen Anschlag der Terrorgruppe IS, später habe sich herausgestellt, dass es ein "krimineller Akt" gewesen sei.

Vorige Woche waren zwei junge Ägypter mit Messern und einer Pistolenattrappe in das Restaurant des Hotels Bella Vista am Roten Meer gestürmt und hatten einen Schweden sowie ein Ehepaar aus Österreich verletzt.

"Den Österreichern geht es gut. Sie haben sich entschlossen, ihren Urlaub in Ägypten fortzusetzen", sagte Shamaa.

Nichtsdestotrotz werden jetzt die Sicherheitsmaßnahmen an ägyptischen Urlaubsorten verstärkt, wie das Tourismusministerium in Kairo am Donnerstag bekanntgab. Zu den Vorkehrungen gehören zusätzliche Videoüberwachungsanlagen in Hurghada und Sharm el-Sheikh. Außerdem sollen neue Scanner angeschafft und mehr Sicherheitspersonal sowie mehr Spürhunde eingesetzt werden. Zusätzliche 250 Mio. Ägyptische Pfund (29 Mio. Euro) sollen in die Sicherheitsmaßnahmen fließen.

"Immer, wenn etwas passiert, verstärken wir die Sicherheitsvorkehrungen", sagte Shamaa. Ägypten sei das erste Land mit einer Tourismus-Polizei gewesen, so Tamer Marzouk, Direktor der Tourismusabteilung der ägyptischen Botschaft in Berlin. "Wir nehmen das Thema sehr ernst." Für die Flughäfen Sharm el-Sheikh, Marsa Alam und Kairo sei eine britische Firma beauftragt worden, die Sicherheit an den Airports zu verbessern. Wenn nach drei Monaten ein Bericht vorliegt, solle dies auf alle Flughäfen des Landes ausgeweitet werden.

Die Terrorwelle der vergangenen Monate bekommen alle Reiseveranstalter zu spüren. "Die Kunden ändern ihr Verhalten", so Marzouk. Es gebe weniger Flugbuchungen, die Touristen warteten auf die letzte Minute.

Auch Ägypten verzeichne derzeit einen Rückgang bei den Buchungen. "Aber das ist nur vorübergehend", meint der Tourismusdirektor, der auch für Österreich, die Schweiz und Polen verantwortlich ist. Ägypten hat das österreichische Tourismus-Büro im Juni zugesperrt - aus Kostengründen, wie Marzouk sagte.

Die Österreicher haben Ägypten im Vorjahr die Treue gehalten. Von Jänner bis November reisten 139.344 Österreicher in das Land, um knapp 14 Prozent mehr als 2014. Bei den deutschen Touristen gab es laut Marzouk einen Zuwachs von mehr als 22 Prozent, die Zahl der Besucher aus der Golfregion sei um mehr als 50 Prozent gestiegen.

Seit dem Arabischen Frühling hat Ägyptens Tourismus aber Einbußen hinnehmen müssen. Im Rekordjahr 2010 waren 14,7 Millionen Menschen in das Land gereist, 2014 waren es 9,8 Millionen, was einem Umsatz von umgerechnet rund 11,5 Mio. Euro entsprach.

Die meisten Ägypten-Touristen kommen übrigens aus Russland. Der Reisefluss sei auch nach dem Bombenanschlag auf ein russisches Flugzeug mit 224 Toten über dem Sinai im Oktober 2015 nicht abgerissen, sagte der Botschafter heute. Die Russen kämen nun mit anderen Airlines. "Viele der Russen sind wiederkehrende Touristen."

Die zweitwichtigste Besuchergruppe sind Briten, gefolgt von Deutschen, Italienern und Franzosen. Hohe Zuwächse gebe es bei Gästen aus China und Indien, so Shamaa.

Die Regierung in Kairo rührt derzeit kräftig die Werbetrommel für das Land. Bis 2020 will Ägypten 20 Millionen Besucher anlocken. Unter anderem werden Nilkreuzfahrten wieder stärker beworben - ein Viertel des Marketingbudgets werden dafür eingesetzt. Früher seien Nilkreuzfahrten bei Österreichern sehr beliebt gewesen, seit 2011 laufe das Geschäft aber nicht mehr so gut, sagte Marzouk.

Der gesamte Tourismussektor trug 2014 11,7 Prozent zur Wirtschaftsleistung Ägyptens bei.

Wien (APA) - Der börsenotierte Caterer Do&Co verlängert die Kooperation mit der teilstaatlichen Turkish Airlines (Türk Hava Yollari A.O.). Die Zusammenarbeit wird über 15 Jahre im Rahmen der gemeinsamen Gesellschaft THY DO & CO kram Hizmetleri A. fortgesetzt - vorbehaltlich der Genehmigungen durch Unternehmensorgane und von Behörden "sowie einer zufriedenstellenden Vertragsdokumentation", so Do&Co Dienstagabend.
 

Newsticker

Do&Co verlängert Kooperation mit Turkish Airlines um 15 Jahre

Maribor (APA) - Der österreichisch-slowenisch-kanadische Geschäftsmann Walter Wolf steht in Slowenien wegen Vorwürfen der Geldwäsche in Zusammenhang mit der Patria-Schmiergeldaffäre vor Gericht. Bei der Anklageverlesung vor dem Bezirksgericht in Maribor plädierte der 79-Jährige am Montag auf nicht schuldig, berichtete die Nachrichtenagentur STA.
 

Newsticker

Patria-Affäre in Slowenien: Wolf wegen Geldwäsche vor Gericht

Innsbruck (APA) - Die Asfinag hat dementiert, dass die geplante temporäre Freigabe des Pannenstreifens auf der Inntalautobahn (A12) zwischen Innsbruck West und Zirl vorerst auf Eis gelegt wird. Der Geschäftsführer für Tirol und Vorarlberg, Stefan Siegele, bezeichnete dies in einer Aussendung als "völlig falsch". Der "Kurier" hatte zuvor über ein Aus für die Pannenstreifen-Freigabe berichtet.
 

Newsticker

Aus für Pannenstreifen-Freigabe in Tirol: Asfinag dementiert