Toshiba baut weitere Jobs ab und erwägt Wertminderungen

Dem von einem milliardenschweren Bilanzskandal erschütterten japanischen Elektronikkonzern Toshiba droht neues Ungemach. Derzeit werde die Nuklearsparte genauer unter die Lupe genommen, was Abschreibungen nach sich ziehen könnte, teilte Toshiba am Freitag mit. Auch der Stellenabbau soll stärker ausfallen als bislang geplant: weitere 3000 Jobs sollten wegfallen. Damit erhöhe sich die Gesamtzahl auf rund 14.000 der zuvor noch 200.000 Arbeitsplätze.

Die Zeitung "Asahi" hatte zuvor berichtet, der Konzern denke über eine Wertminderung von 1,6 Milliarden Euro (200 Milliarden Yen) für seine US-Nuklearsparte Westinghouse nach. Bislang hatten die Japaner gesagt, solch eine Abschreibung sei nicht notwendig, weil die Sparte weitgehend profitabel sei. In den USA gehen nun aber einem Medienbericht zufolge Justizministerium und Börsenaufsicht Unregelmäßigkeiten bei Westinghouse nach, das dort seinen Sitz hat. Ein Sprecher bestätigte Anfragen von US-Behörden bezüglich Bilanzthemen. Westinghouse bestritt, dass das Rechnungswesen des Unternehmens Gegenstand von Ermittlungen sei.
Toshiba hatte über Jahre hinweg seine Gewinne zu hoch ausgewiesen. Der Skandal hat dem Konzern rote Zahlen eingebrockt und zum Rücktritt des Top-Managements geführt. Nun treibt der Konzern mit Verkäufen seinen Umbau voran. Das Medizintechnik-Geschäft soll für 5,3 Milliarden Euro an den heimischen Rivalen Canon gehen. Auch die Hausgeräte-Sparte wird abgegeben.

Christian Keuschnigg, Professor für Nationalökonomie an der Universität St. Gallen und Leiter des Wirtschaftspolitischen Zentrums in Wien.

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