Tiwag übernimmt bei Inn-Kraftwerk GKI Anteile des Verbunds

Innsbruck (APA) - Der Tiroler Landesenergieversorger Tiwag übernimmt beim im Oberen Gericht bei Prutz entstehenden Gemeinschaftskraftwerk Inn (GKI) die Anteile des Verbunds. Die Verbundgesellschaft hielt zuletzt noch 10 Prozent. Die Transaktion solle Mitte des Jahres über die Bühne gehen, sagte Tiwag-Vorstandsvorsitzender Erich Entstrasser im APA-Gespräch am Mittwoch. Künftig halten die Tiroler dann 86 Prozent.

Die restlichen 14 Prozent bleiben bei den Engadiner Kraftwerken entsprechend dem Schweizer Erzeugungsanteil. Die Übernahme der Verbundanteile werde die Tiwag knapp über 40 Mio. Euro kosten, was den bisherigen Baukosten der Verbundgesellschaft entspreche. Die Übernahme werde sich strategisch "jedenfalls" auszahlen, zeigte sich Entstrasser überzeugt: "Denn so sind alle österreichischen Anteile in Tiroler Hand, wie die gesamte Wertschöpfung und die Arbeitsplätze."

Durch die Übernahme erhöhe sich der Bezugsanteil der Tiwag um weitere 40 Gigawattstunden (GWh), was der durchschnittlichen Erzeugung von drei Kleinkraftwerken entspreche, so Entstrasser. Damit könne die Eigenversorgung im Land weiter erhöht werden.

Beim Projekt, dessen Investitionsvolumen schon einmal von 461 Mio. auf über 530 Mio. nach oben revidiert wurde, würden die Kosten erneut überprüft, so Entstrasser: "Wir haben das Problem, dass wir große geologische Störzonen im Berg haben." Daher habe man ein weiteres geologisches Gutachten in Auftrag gegeben. Zur Jahresmitte soll dann eine neue Kostenschätzung vorliegen, erklärte der Tiwag-Chef: "Ich gehe aber davon aus, dass die Kosten eher größer werden als geringer."

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