Tiroler Tourismus verzeichnete in Wintersaison 2017/18 Zuwächse

Innsbruck (APA) - Tirols Tourismus hat in der vergangenen Wintersaison (November bis April) Zuwächse sowohl bei den Übernachtungen (4,2 Prozent) als auch bei den Ankünften (4,8 Prozent) verbuchen können. Damit fällt die aktuelle Winterbilanz erfreulicher als in der Wintersaison 2016/17 aus, in der es in beiden Bereichen zu Einbußen gekommen war. Günstige Schnee- und Ferienlage wurden unisono als Gründe ausgemacht.

3,6 Prozent Rückgang bei den Ankünften und 6,3 Prozent bei den Nächtigungen 2016/17 waren damals wenig erfreuliche Zahlen. Umso mehr spürte man die Erleichterung der Touristiker und politisch Verantwortlichen angesichts der diesjährigen Statistik. Landeshauptmann und Tourismusreferent Günther Platter (ÖVP) führte bei einer Pressekonferenz am Donnerstag die diesjährige schöne Bilanz neben Schnee- und Ferienlage auch auf die "attraktiven Angebote" zurück.

Diese Angebote wussten offenbar auch die deutschen Nachbarn in der abgelaufenen Wintersaison wieder vermehrt zu schätzen, nachdem im Vorjahr 6,8 Prozent oder 185.000 weniger Ankünfte aus Deutschland zu verbuchen waren. Mit einer Steigerung der Ankünfte um 5,6 Prozent im Vergleich zu 2016/17 erholte sich dieser Markt somit wieder. Mit einem Anteil von 50,6 Prozent war Deutschland zudem bei den Gesamtübernachtungen absoluter Spitzenreiter, gefolgt von den Niederlanden mit 12,4 Prozent.

Weniger urlaubs- und übernachtungsfreudig zeigten sich hingegen die Schweizer, die Polen und die Dänen. Trotz der insgesamt guten Zahlen musste der Tiroler Tourismus hier Rückschläge hinnehmen. 2,2 Prozent weniger Ankünfte und 2,2 Prozent weniger Übernachtungen genehmigten sich beispielsweise die Schweizer, während die Polen für ein Minus von 2,8 Prozent bei den Ankünften und 0,6 Prozent bei den Übernachtungen sorgten. Bei den Dänen schließlich gab es Rückgänge von 2,5 Prozent bei den Ankünften und 4,3 Prozent bei den Übernachtungen zu bilanzieren.

Josef Margreiter, Geschäftsführer der Tirol Werbung, verursachte das zumindest ein klein wenig Kopfzerbrechen: "Wir müssen uns die Frage stellen, wie wir diese Märkte abschöpfen können". Hauptgeschäft bleibe aber ohnehin der Tourismus aus dem Umkreis von 500 bis 1.000 Kilometern. Erfreut zeigte sich Tirols Chef-Touristiker aber dennoch über die Zahlen aus Russland. Das Plus von 8,2 Prozent bei den Übernachtungen sei ein deutliches "Erholungssignal". Beim ebenfalls deutlich mehr als 1.000 Kilometer entfernten China sah er außerdem "Potenzial für den Wintersport im Luxussegment".

Für die touristische Schwester der Wintersaison, die in Tirol etwas komplexere Sommersaison, zeigte man sich unisono zuversichtlich. "83 Prozent der befragten Betriebe sind angesichts der Buchungen zufrieden oder sehr zufrieden", sagte Margreiter. 2017 seien es nur 74 Prozent gewesen. Noch höher bezifferte er die Zahlen in Bezug auf Buchungen aus Deutschland. Hier hätten sogar 90 Prozent der Betriebe mit einem "zufrieden" oder "sehr zufrieden" geantwortet.

In all die leichte Euphorie angesichts der aktuellen Winterbilanz mischten sich aber auch nachdenkliche Töne. Nicht ständigen Zuwachs bei Nächtigungen und Ankünften gab der Landeshauptmann als oberste Devise aus, sondern "Wertschöpfung". Margreiter bezeichnete ein zukünftiges Volumens-Wachstum sogar als "unwahrscheinlich" und erhoffte sich stattdessen ebenfalls eine höhere Wertschöpfung und eine "höhere Preisdurchsetzung". In diesen Chor stimmte auch Josef Hackl, Spartenobmann Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Tirol, mit ein. Es brauche einen "neuen Mut zum Preis".

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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