Tilo Berlin kommt als Zeuge zum BayernLB-Prozess

Eine der prominentesten Figuren im Skandal um die österreichische Bank Hypo Alpe Adria ist kommende Woche als Zeuge im Prozess gegen die ehemaligen BayernLB-Vorstände geladen: Der ehemalige Hypo-Chef Tilo Berlin, der maßgeblich an dem Verkauf der österreichischen Bank an die BayernLB beteiligt war, soll am Montag (15.9.) vom Gericht befragt werden. Berlin werde "mit Freude" zu seiner Zeugenaussage nach München kommen, hieß es in seinem Umfeld.

München (APA/dpa/lby) - Eine der prominentesten Figuren im Skandal um die österreichische Bank Hypo Alpe Adria ist kommende Woche als Zeuge im Prozess gegen die ehemaligen BayernLB-Vorstände geladen: Der ehemalige Hypo-Chef Tilo Berlin, der maßgeblich an dem Verkauf der österreichischen Bank an die BayernLB beteiligt war, soll am Montag (15.9.) vom Gericht befragt werden. Berlin werde "mit Freude" zu seiner Zeugenaussage nach München kommen, hieß es in seinem Umfeld.

Berlin war ursprünglich bereits im März als Zeuge geladen, hatte sich aber wegen anderer Termine entschuldigen lassen und damit den Vorsitzenden Richter Joachim Eckert geärgert. Denn gleichzeitig berichteten österreichische Medien, dass Berlin dort beim Golfspielen gesehen worden war. "Zum Golfspielen hatte er wohl Zeit", kritisierte der Richter - und schickte ihm wenig später erneut eine Zeugenladung.

Im April war Berlin in Österreich zu mehr als zwei Jahren Haft wegen Untreue verurteilt worden. Das Landgericht Klagenfurt sah es als erwiesen an, dass er die Bank beim HGAA-Verkauf durch heimliche Absprachen mit Investoren geschädigt habe. Das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig und Berlin weiter auf freiem Fuß.

Im Prozess gegen ehemalige BayernLB-Vorstände gilt Berlin als wichtiger Zeuge, da er beim Verkauf der Hypo Alpe Adria an die Landesbank eine zentrale Rolle spielte: Er hatte mit seiner Firma für Vermögensanlagen 2006 wesentliche Teile der Hypo erworben und später mit dem damaligen BayernLB-Chef Werner Schmidt über den Verkauf verhandelt. Dazu lud er Schmidt auch auf seinen Bio-Bauernhof nach Kärnten ein, auf dem er Hochlandrinder züchtet.

Das Treffen auf der Klockerhube war immer wieder Thema in dem Prozess. Schmidt und sein damaliger Vize Rudolf Hanisch sind die letzten Angeklagten aus der ehemaligen Vorstandsriege, die sich wegen des Fehlkaufs wegen Untreue verantworten müssen. Für vier weitere Ex-Vorstände war der Prozess Ende August gegen Geldauflagen eingestellt worden, auch der frühere BayernLB-Chef und amtierende Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands deutscher Banken, Michael Kemmer, sitzt nicht mehr auf der Anklagebank.

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