Thomas Cook wenig begeistert über Ryanair bei Lauda

Wien/Schwechat/London (APA) - Ryanair bietet u.a. am Flughafen Berlin-Tegel ab 1. Juni unter dem Laudamotion-Code OE Flüge zu 17 Zielen an - mit eigenem Gerät. Demnach werden laut aero.de Ryanair-Boeings 737-800 zunächst pro Woche auf 53 Flügen Warmwasser-Ziele am Atlantik und Mittelmeer bedienen, sowie Mailands Airport Malpensa. "Laudamotion, operated by Ryanair" steuert dabei allesamt ehemalige Niki-Ziele an.

Im Zuge der schrittweisen Übernahme von Niki Laudas "Laudamotion" hat die irische Ryanair angeboten, die Lauda-Flotte bis Juni mit eigenem Gerät aufzustocken. Das neue Bündnis von Laudamotion mit Ryanair hat beim bisherigen Kooperationspartner Thomas Cook offenbar einige Irritationen ausgelöst.

Ursprünglich geplante OE-Flüge für die Thomas Cook-Gruppe (Condor) sind inzwischen nicht mehr buchbar. Neue Reisepakete mit Laudamotion-Flug verkauft der Thomas-Cook-Konzern aktuell nicht, der Vertrieb reiner Laudamotion-Flugtickets über die Condor-Internetseite läuft aber weiter. "Wir sind in Gesprächen, wie die Kooperation mit Laudamotion aussehen soll", zitierte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" am Freitag einen Condor-Sprecher.

Nach Bekanntgabe der geplanten Übernahme der Mehrheitsanteile von Laudamotion durch Ryanair habe sich Thomas Cook als Veranstalter vorsorglich dazu entschlossen, eine Flugalternative bereitzuhalten, um die Beförderung seiner Gäste jederzeit gewährleisten zu können, sagte eine Konzernsprecherin von Thomas Cook schon am Donnerstag. Im Thomas-Cook-Konzern scheine man sich nicht mehr sicher zu sein, ob die eigenen Pauschalreisekunden mit den ursprünglich vorgesehenen Laudamotion-Flügen planmäßig hin- und zurückkommen, vermutet auch die FAZ, die einen anderen Erklärungsansatz im Zusammenhang mit der Personalsuche von Lauda ortet. Dass es Engpässe mit Mitarbeitern geben könnte, passe mit erheblichen Gehaltssteigerungen zusammen, die Lauda jüngst für das fliegende Personal angekündigt hatte.

Zudem dürfte es, so die Zeitung, keine Begeisterung ausgelöst haben, dass Ryanair Flugzeuge an Laudamotion vermietet, die von Berlin-Tegel aus Urlauber befördern sollen. Cook würde damit indirekt zum Passagierlieferanten für den konkurrierenden Billigflieger.

Laut FAZ deuten die "Krisengespräche" zwischen Lauda und Thomas Cook darauf hin, dass die Vereinbarung zwischen beiden nicht so fest und langfristig geschlossen war, wie es bisher schien. Cook habe Lauda zunächst beim Neustart geholfen, indem Condor die Vermarktung großer Flugkontingente übernahm, heißt es. Dazu komme die Ungewissheit, welchen Einfluss Ryanair trotz des Minderheitsanteils auf Laudamotion erlangt und wie sich das in möglichen Planänderungen zeige.

Einen möglichen Engpass an Bordmitarbeitern ortet auch das österreichische Luftfahrtportal "Austrian Wings". In der jüngeren Vergangenheit hätten, so schreibt das Portal unter Berufung auf Pilotenkreise, nochmals mehrere Dutzend Piloten bei Laudamotion ihre Kündigung eingereicht. Auch in der Kabine sollen viele Mitarbeiter mit einem Jobwechsel liebäugeln. "Wir haben die Nase voll von falschen Versprechungen und jetzt wo Ryanair das Sagen hat, hält uns hier rein gar nichts mehr", wird eine namentlich nicht genannte Flugbegleiterin zitiert, die sich wie auch andere bei anderen Airlines beworben habe.

Frankfurt (APA/Reuters) - Aus Furcht vor einem Nachfrage-Einbruch kehren Anleger TomTom den Rücken. Die Aktien des Navigationsgeräte-Anbieters stürzten am Dienstag in Amsterdam um knapp 30 Prozent ab und steuerten auf den größten Tagesverlust seit mehr als 13 Jahren zu. Mit 6,03 Euro waren sie so billig wie zuletzt vor fast zweieinhalb Jahren.
 

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Google-Deal mit Autobauern "schwerer Schlag für TomTom"

Frankfurt (APA/Reuters) - Die VW-Nutzfahrzeugsparte Traton baut ihr Engagement auf dem chinesischen Markt aus. Zusammen mit dem zur CNHTC -Gruppe gehörenden Unternehmen Sinotruk soll ein schwerer Lkw der Marke MAN für Kunden in der Volksrepublik entwickelt werden, wie Traton am Dienstag mitteilte.
 

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VW-Nutzfahrzeugtochter Traton will in China schwere Lkw bauen

Wien (APA) - Die Österreicher sind bezüglich der Weitergabe ihrer Finanzdaten an Dritte vergleichsweise sehr misstrauisch. Nur 24 Prozent wären bereit, Drittanbietern Zugriff auf ihre Bankkonten zu gewähren. In Osteuropa etwa sind die Bedenken bezüglich Datenschutz deutlich geringer, so das Ergebnis einer am Mittwoch veröffentlichten Studie von A.T. Kearny zum Thema "Open Banking".
 

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Österreicher bei Weitergabe von Finanzdaten sehr skeptisch