Tesla verfehlt Produktionsziel und verwirrt Börsianer

Palo Alto (Kalifornien)/Hamburg (APA/Reuters) - Der US-Elektroautobauer Tesla stellt die Geduld der Anleger auf die Probe. Das Unternehmen aus dem Silicon Valley läuft nicht nur seinen selbst gesteckten Produktionszielen hinterher, Firmenchef Elon Musk hat Börsianer auch noch mit einem Aprilscherz verwirrt. "Die Negativ-Meldungen häufen sich", sagte Frank Schwope von der NordLB. "Manch einer versteht das vielleicht nicht als Witz."

Musk hatte auf Twitter gescherzt, Tesla müsse trotz intensiver Bemühungen, inklusive eines letzten, verzweifelten Massenverkaufs von Ostereiern, leider mitteilen, dass die Firma pleite sei. "So bankrott, du kannst es nicht glauben", hieß es in dem Tweet.

Experten reagierten mit Unverständnis: "Der Aprilscherz kommt zu einer Zeit, in der der ganze Technologiesektor unter Druck ist", sagte Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler. Hoch bewertete Unternehmen würden inzwischen kritischer angesehen. Insofern komme Musks Äußerung zur Unzeit. "Viele werden sich die Frage stellen: Kann das alles so aufgehen? Ist die Zukunft überhaupt so berauschend, wie wir sie uns eine Zeit lang ausgemalt haben?"

Tesla hatte zuletzt mit einer Serie von Negativ-Nachrichten von sich reden gemacht, darunter war auch eine große Rückrufaktion beim Flaggschiff Model S. Nun hieß es in mehreren Branchenblogs, Tesla habe sein Produktionsziel für das Model 3 verfehlt. Sie zitierten aus einer E-Mail von Unternehmenschef Musk an Mitarbeiter des Konzerns, wonach kürzlich die Marke von 2.000 Fahrzeugen in der Woche übertroffen worden sei. Eigentlich hatte Tesla angestrebt, dass bis Ende März 2.500 Autos vom Typ Model 3 wöchentlich vom Band laufen. Allerdings wäre die in den Blogs genannte Zahl immer noch deutlich besser als die des Schlussquartals 2017, als im gesamten Zeitraum 2.425 Model-3-Autos hergestellt wurden.

Das Model 3 gilt unter Experten als Schlüsselprodukt für die langfristige Profitabilität von Tesla. Mit dem Wagen will Musk den Sprung zu einem Massenhersteller schaffen. Das Model 3 ist deutlich günstiger als etwa der Oberklassewagen Model S.

Tesla lehnte eine Stellungnahme zu den Blogbeiträgen ab. Die Produktionszahlen sollen offiziell in dieser Woche vorgelegt werden. Die Aktie des Unternehmens verlor am Montag an der New Yorker Börse zeitweise acht Prozent, grenzte später aber den Kursverlust etwas ein. Am Dienstag erholte sich das Papier und legte vorbörslich um 1,2 Prozent zu. Die Aktie litt zuletzt auch unter einer Herabstufung durch die Ratingagentur Moody's sowie einem tödlichen Unfall mit einem selbstfahrenden Auto in Kalifornien.

Autoanalyst Pieper betonte, man müsse Musks Rolle als Pionier beim Bau von Elektroautos würdigen. Dabei könne es immer Rückschläge geben. Davor seien auch andere Hersteller nicht gefeit. Bei Tesla rückten nun jedoch immer stärker die Probleme in den Fokus. Gleichzeitig erhöhten die anderen Hersteller mit neuen Elektromodellen die Konkurrenz. "Tesla wird viel mehr darum zu kämpfen haben, seine Rolle zu behaupten, als das in den vergangenen zwei, drei Jahren der Fall war", erwartet Pieper.

Wien (APA) - Das Bausparen ist bei den Österreichern zwar weiterhin beliebt, die Zahl der Neuverträge ging im ersten Halbjahr aber erneut zurück, teilten die österreichischen Bausparkassen am Dienstag mit. Auch die vergebenen Finanzierungen an Häuslbauer und Co sind gesunken. Das sei auch den Niedrigzinsen geschuldet, die im Bausparbereich ihre Spuren hinterlassen. Einen Anstieg gab es bei den Spareinlagen.
 

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Bausparen im Halbjahr weniger gefragt - Auch Finanzierungen gesunken

Graz/Wien (APA) - Die polnische Schuhhandelskette CCC, die in Österreich bisher mit 47 Filialen vertreten ist, hat im ersten Halbjahr einen deutlichen Umsatzsprung hingelegt. Die Erlöse stiegen um fast 10 Prozent auf über 2 Mrd. polnische Zloty (470 Mio. Euro). Das Online-Geschäft legte um rund 54 Prozent zu. Der Nettogewinn erhöhte sich im zweiten Quartal 2018 gegenüber dem Jahr davor von 151 auf 211 Mio. Zloty.
 

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Polnische Schuhhandelskette CCC steigerte Umsatz im Halbjahr kräftig

Frankfurt am Main (APA/AFP) - Immer weniger Frauen in Deutschland wagen den Schritt in die Selbstständigkeit - entsprechend sinkt der Anteil der von Frauen geführten Unternehmen. Der Frauenanteil an allen Gründern fiel 2016 nach jeweils 43 Prozent in den drei Jahren zuvor auf 40 Prozent, wie die staatliche Förderbank KfW am Dienstag mitteilte. 2017 sank der Anteil sogar noch weiter auf 37 Prozent.
 

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Immer weniger Frauen gründen in Deutschland eine Firma