Terrorgefahr in Europa - Israels Sicherheitsfirmen sehen Chancen

Tel Aviv - Vom Nachspüren von Online-Aktivitäten bis zu Kameras, die durch Wände sehen - Israels Sicherheitsindustrie bietet eine breite Produktpalette und hofft angesichts der neuen Terrorgefahren auf Aufträge aus Europa.

"Europa ist kein einfacher Markt und er ist stark beeinflusst von den Beziehungen zwischen Israel und den Palästinensern", meinte eine Quelle aus dem israelischen Sicherheitsapparat gegenüber dem Internetportal "Ynet". Aber die israelische Sicherheitsindustrie verfüge über Know-how in Nischen, die in Europa nicht existierten.

Itamar Graff vom israelischen Verteidigungsministerium wird mit den Worten zitiert: "Für die Europäer ist das eine neue Herausforderung. Aber wir haben schon viele Jahre mit Terroristen mit Kalaschnikows zu tun. Und Israel verfügt über viel Know-how wenn es darum geht, einen terroristischen Zwischenfall aufzuspüren oder zu verhindern."

Er könne nicht auf Einzelheiten eingehen, so Graff, es seien aber bereits zahlreiche israelische Produkte an ausländische Anti-Terror-Agenturen, auch in Europa, verkauft worden. Jetzt würden sich die Europäer angesichts der Rückkehr von Syrien-Kämpfern Ausrüstung besorgen. Es seien zwar nicht sofort Aufträge zu erwarten, aber es seien schon Geldmittel für diesen Zweck auf die Seite gelegt worden.

Es gebe ein großes Potenzial für die Sicherung etwa von Flughäfen, Zügen und Häfen, meinte Graff. In den kommenden Jahren sei damit zu rechnen, dass Europa 50 Mrd. Dollar (43,15 Mrd. Euro) auf diesem Gebiet ausgeben werde. Auch wenn der Großteil des Geldes auf dem Kontinent verbleiben werde gebe es genug Nischenbereiche für die israelische Industrie, um etwas davon abzubekommen.

Die vor rund zehn Jahren gegründete Firma Terrogence etwa ist unter anderem auf das Aufspüren von Aktivitäten terroristischer und jihadistischer Gruppen im Internet spezialisiert. Sie sucht auch soziale Medien nach Anleitungen für den Bombenbau oder Trends und Entwicklungen in der Jihadisten-Szene ab. Bereits im November 2014 habe Terrogence vor bestehenden Anleitungen für einen Terroranschlag in Frankreich gewarnt, schreibt "Ynet". Der Terroranschlag auf den koscheren Supermarkt in Paris sei diesem Muster gefolgt.

Zu den Highlights israelischer Sicherheitstechnik gehört eine Kamera, die durch Wände sehen kann. Entwickelt wurde die Technologie von der Firma Camero, laut "Ynet" Weltmarktführer in "Sense-Through-The-Wall (STTW) solutions". Dabei geht es um die Erfassung von stationären oder beweglichen Objekten hinter Wänden oder Barrieren. Camero-Systeme sind tragbar und batteriebetrieben.

Auch die Firma Sun Hitec hat sich darauf spezialisiert, das Erfassen von Strukturen zu ermöglichen, in denen Geiseln gehalten werden und wo ein schnelles Eingreifen mit einem möglichen Überraschungseffekt erforderlich ist. Unter anderem bietet das Unternehmen hydraulische Geräte an, die von Militär und Sicherheitskräften verwendet werden.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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