Telekom/Valora - Kräftiger Bonus trotz tiefroter Zahlen bei eTel-Kauf

Wien (APA) - Am fünften Tag des Telekom/Valora-Prozesses gegen die Ex-Lobbyisten Peter Hochegger und Walter Meischberger sowie den Ex-Telekom-Austria-Vorstand Rudolf Fischer ging es zu Beginn um den Kauf des Mitbewerbers eTel durch die Telekom im Jahr 2007. Dabei flossen über die Hochegger-Firma Valora rund 300.000 Euro an den damaligen Chef der eTel.

Bei der Bilanzlegung im Sommer 2007 wurde dann bekannt, dass der Nettoverlust der eTel im Jahr vor dem Kauf fast 14 Mio. Euro betrug. Damit hatte eTel kurz vor der Übernahme seinen Jahresfehlbetrag aus dem Jahr 2005 fast verfünffacht. Gekauft wurde die eTel für rund 100 Mio. Euro. Das Geld an den damaligen eTel-Chef, das heute Fischer gegenüber Richterin Marion Hohenecker als "Integrationsbonus" bezeichnete, wurde übrigens in bar ausbezahlt.

Ein Teil von eTel wurde bereits ein Jahr nach der Übernahme wieder verkauft. Drei Jahre später wurde dann durch einen Medienbericht der "Bonus" bekannt. Der ehemalige eTel-Chef war inzwischen Chef der Österreich-Niederlassung eines großen internationalen Netzwerkanbieters.

Danach widmete sich Hohenecker am heutigen Mittwoch im Großen Schwurgerichtssaal des Wiener Straflandesgerichts dem Personallobbying der Telekom beim Internet-Lobbyisten ISPA, in dem sich die Netzbetreiber (auch die Telekom) zusammengeschlossen hatten. Die Telekom war mit dessen Führung nicht einverstanden, und da sei es am naheliegendsten, wenn man diese austauscht, so Fischer.

Hochegger habe für das Lobbying einen Auftrag bekommen, um im Sinne der Telekom Austria einen bestimmten Kandidaten für den Posten durchzusetzen. Dies sei zwar nicht gelungen, aber immerhin habe die Telekom einen anderen Bewerber verhindern können, der der Telekom unangenehm gewesen sei. "Der Erfolg war nicht hundertprozentig, aber es war ein Erfolg", meinte Fischer heute.

Der heutige Tag, Tag fünf im Telekom-Valora-Verfahren, ist gleichzeitig Tag 63 im Korruptionsprozess gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser und andere rund um die Buwog-Privatisierung.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte