Telekom/Valora - Grassers Angestellte wurde von Telekom bezahlt

Wien (APA) - Im Telekom-Valora-Verfahren hat Richterin Marion Hohenecker heute weitere Zahlungen der Telekom Austria über die Valora-Gesellschaft von Peter Hochegger durchleuchtet. Dabei wurde auch erörtert, dass eine frühere Angestellte von Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (FPÖ/ÖVP) bei der Valora Solutions mit Telekom-Geld bezahlt wurde.

Die Frau war von Herbst 2003 bis Jänner 2007 im Büro des Vizekanzlers und Verkehrsministers Hubert Gorbach (FPÖ/BZÖ) tätig, im Jänner 2007 schied die Regierung aus dem Amt. Anschließend vermittelte der - nun als Kronzeuge agierende - Gernot Schieszler von der Telekom der Frau einen Job bei Peter Hochegger. Der Hauptangeklagte Ex-Telekom-Vorstand Rudolf Fischer erklärte heute, sie habe überhaupt nichts für die Telekom geleistet. Er habe von der Causa erst im Ermittlungsverfahren erfahren.

Der mitangeklagte frühere Lobbyist Hochegger erläuterte, ein Bekannter der Frau und Freund von Gorbach habe die Telekom ersucht, dass die Frau ein Jahr beschäftigt werde, um sich nach dem Ausscheiden aus Gorbachs Kabinett einen neuen Job zu suchen. Er habe sie aber nicht bei sich PR- Agentur beschäftigen können, weil dann hätte es einen Aufstand seiner Mitarbeiter gegeben, sagte er. Offenbar war eine frühere Mitarbeiterin von Gorbach in Hocheggers Team nicht willkommen.

Daher habe die Frau dann bis Dezember 2007 bei der Valora Solutions gearbeitet, und zwar im Büro von Grasser und Walter Meischberger. Dieser sitzt auch im Telekom-Valora-Verfahren auf der Anklagebank. Sie habe Grasser zugearbeitet bei seiner Tätigkeit, Grasser sei aber damals nach seinem Ausscheiden aus der Regierung nicht lange bei der Valora Solutions tätig gewesen, weil er dann große Projekte mit Julius Meinl begonnen habe, erläuterte Meischberger und betonte, er habe sich nie als ihr Chef gefühlt.

Die Kosten für die Beschäftigung betrugen rund 60.000 Euro, bezahlt wurden sie von der Hochegger-Gesellschaft Valora mit Telekom-Geld. Die Valora Solutions habe die Kosten an die Valora verrechnet, erläuterte Hochegger, mittels Scheinrechnungen über eine angebliche Beratung, die die Frau aber nicht erbracht habe.

Bei den Angaben im Firmenbuch hatte die Valora Solutions übrigens damals keine Mitarbeiter angegeben, bemerkte Richterin Marion Hohenecker.

Mit Geld von der Telekom wurde auch eine Aids-Life-Gala 2007 in Wien gesponsert, zu der Ex-US-Präsident Bill Clinton angereist kam. Das Sponsoring sei auf Wunsch des damaligen Bundeskanzlers Alfred Gusenbauer (SPÖ) erfolgt, er sei damit einverstanden gewesen, schilderte Fischer. Hochegger verrechnete der Telekom dafür 180.000 Euro inklusive Umsatzsteuer, die Agentur der Veranstaltung hatte Hochegger aber nur 50.000 Euro verrechnet. Wo die übrigen 100.000 Euro geblieben waren sei ihm bis heute ein Rätsel, sagte Fischer.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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