Telekom startet Streamingdienst A1 Now trotz rechtlicher Bedenken

Die Telekom Austria hat ihren Streamingdienst A1 Now gestartet. Ab sofort stehe das Angebot ausgewählten A1-Kunden bis Jahresende gratis zur Verfügung, danach werde der Dienst voraussichtlich 7,90 Euro pro Monat kosten, teilte das teilstaatliche Telekom-Unternehmen am Dienstag mit. Mit der Funktion "Cloud Recorder" betritt A1 rechtliches Neuland, von Rechteinhabern gibt es Bedenken.

A1 speichert im "Cloud Recorder" alle angebotenen TV-Programme für sieben Tage und stellt sie den Kunden zum Abruf bereit. A1 sieht darin eine "logische Weiterentwicklung" von persönlichen Videorekordern, Rechteinhaber hingegen eine unzulässige Vervielfältigung. "An unserer Rechtsmeinung hat sich nichts geändert", erklärte A1-Sprecherin Livia Dandrea-Böhm am Dienstag auf APA-Anfrage. A1 macht mit dem Angebot auch den - meist werbefinanzierten - Mediatheken der Fernsehsender Konkurrenz.

Auch andere Telekommunikationsunternehmen haben ähnliche Aufnahmefunktionalitäten in der Schublade, zögern aber wegen der urheberrechtlich unklaren Situation. Der Mobilfunker Drei (Hutchison) etwa hat dem Vernehmen nach einen solchen Rekorder fertig programmiert. Auch der Kabelnetzbetreiber UPC, der "Replay TV" unter anderem in der Schweiz anbietet, erklärte es zur Priorität, die Funktion nach Österreich zu bringen, will aber abwarten, bis der Weg rechtlich geebnet ist.

Die Telekom wollte das Streamingangebot ursprünglich Ende 2015 lancieren, verschob den Start dann aber ins erste Halbjahr 2016. 41 Sender, davon neun in HD sind mit A1 Now über Smartphone, Tablet und Internetbrowser live oder zeitverzögert abrufbar. Darüber hinaus gibt es eine Videothek mit ausgewählten österreichischen Serien. Für Apple und Android gibt es eine App, Googles HDMI-Stick Chromecast, zum Schauen am Fernseher, "wird derzeit noch nicht unterstützt", so die A1-Sprecherin.

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