Telekom lässt sich von Sicherheitshandy-Flop nicht beirren

(Reuters) - Die Deutsche Telekom steigt trotz schwacher Verkaufszahlen nicht aus dem Geschäft mit abhörsicheren Handys für die Bundesregierung aus. "Wir wollen Partner der Bundesregierung beim Thema sichere Mobilkommunikation bleiben", sagte ein Telekom-Sprecher am Donnerstag. Zuvor hatte der Bonner Konzern ein Tochterfirma, die das derzeit verfügbare Hochsicherheitshandy Simko 3 entwickelte, aufgelöst. Ein Teil der 30 Mitarbeiter wechselt in die Abteilung Cyber Security der Telekom. Und dort beginnen bereits die Vorbereitungen für die neue Generation des Verschlüsselungs-Handys. "Es wird ein neues Sicherheitshandy geben, aber das Vorhaben steht noch ganz am Anfang."

Wie das neue Telefon für Berliner Ministerien ausschauen wird, ist noch unklar. Doch um damit Geld zu verdienen, muss es bei Regierungsmitarbeitern besser ankommen als das derzeit erhältliche Simko 3, von dem bislang 600 Stück zum Preis von je 1700 Euro verkauft worden sind. Ursprünglich wollten die Bonner 10.000 Stück absetzen. Die Telekom bewarb das Gerät als "Merkelphone" und hoffte nach den Enthüllungen des Ex-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden über das weltweite Lauschnetzwerk der NSA im Sommer 2012 auf reißenden Absatz. Doch gilt das Simko im Vergleich zu üblichen Handys als zu langsam und umständlich zu bedienen. Die Telekom setzte bei ihrer Eigenentwicklung ein handelsübliches Samsung Galaxy S3, das vollkommen umgebaut wurde. Da Einbau und Prüfung der verschiedenen Sicherheitsfunktionen ein Jahr dauerten, war das Telefon, als es endlich auf den Markt kam, bereits veraltet. Samsung etwa verkauft bereits die fünfte Version seines Bestseller-Smartphones.

Neben dem Telekom-Handy ist noch ein Gerät des deutschen Startups Secusmart für den Regierungsgebrauch zugelassen. Pikant daran ist, dass der kanadische Handybauer Blackberry, auf dessen Geräten die Secusmart-Handys basieren, die deutsche Sicherheitsfirma kaufen will. Das Bundeswirtschaftsministerium muss die Übernahme erst noch billigen. Bisher seien nicht alle notwendigen Dokumente eingegangen, so dass die formale Prüfung noch nicht begonnen habe, teilte das Ministerium auf Anfrage mit. "Sobald die Unterlagen vollständig vorliegen, kann das BMWi den Erwerb binnen eines Monats untersagen oder Anordnungen erlassen, wenn wesentliche deutsche Sicherheitsinteressen gefährdet sind", sagte eine Sprecherin. Grundsätzlich begrüße die Bundesregierung ausländische Investitionen, weil Deutschland eine offene Volkswirtschaft sei.

Während Secusmart betont, dass der Verkauf dem Unternehmen Zugang zu Weltmärkten mit seiner in Deutschland entwickelten Verschlüsselungstechnik eröffnen soll und die Sicherheit durch einen von deutschen Behörden entwickelten Chip im Handy weiter gewährleistet seien, gibt es in deutschen Sicherheitskreisen aber Vorbehalte. In den vergangenen Monaten hatte es immer wieder Berichte gegeben, dass amerikanische Firmen interne Daten an den US-Geheimdienst NSA weiterleiten mussten.

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EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte

Rom/Menlo Park (APA) - Nachdem die US-Internetriesen Google und Amazon wegen vermuteter Steuerhinterziehung ins Visier der italienischen Justiz geraten sind, hat sich Facebook mit Italiens Steuerbehörden auf die Zahlung von 100 Mio. Euro geeinigt, um ein Steuerverfahren abzuschließen. Die Mailänder Justiz hatte dem E-Commerce-Riesen Steuerhinterziehung in Höhe von 300 Mio. Euro vorgeworfen, so italienische Medien.
 

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Facebook einigt sich mit italienischem Fiskus und zahlt 100 Mio. Euro