Telekom-Prozess - Fischer bestätigt Sponsoring an Bundes-ÖVP

Wien/Graz - Der ehemalige Telekom Austria (TA)-Vorstand Rudolf Fischer hat in seiner Einvernahme eine Zahlung von 100.000 Euro an die Bundes-ÖVP bestätigt. Fischer sprach von einem "100.000 Euro-Sponsoring" und bezeichnete dies als "ganz normalen Vorgang". "Bettelbriefe waren gang und gäbe. Nicht nur von einer Partei, von allen anderen auch", stellte Fischer fest.

Ansprechpartner in derartigen Fällen waren "normalerweise der Parteiobmann, der Klubobmann." Bezogen auf den konkreten Fall habe er das mit seinem Public Affairs-Betreuer besprochen und "in Auftrag gegeben." Mehr sei nicht mehr in seinen Zuständigkeitsbereich gefallen: "Wer und wie er das umgesetzt hat, war nicht meine Thema. Die Durchführung war nicht mein Aufgabenbereich. Das Thema war für mich erledigt." Die Abwicklung "kümmert den Vorstand nicht", bekräftigte Fischer.

Grundsätzlich sei Sponsoring für Parteien nichts Verwerfliches, erläuterte Fischer. Auf den Einwand des Staatsanwalts, problematisch werde es dann, wenn man Sponsoring hinter einem "Scheingeschäft" verstecke, wiederholte Fischer unter Bezugnahme auf den konkreten Fall: "Ich lass mir nicht ununterbrochen erklären, ich bin der Schuldige der Nation, weil es über dem Vorstand niemanden mehr gibt. Wie das abgewickelt wurde und wie die Leistungserbringung ausgeschaut hat, da hatte ich kein Wissen."

100.000 Euro hätten jedenfalls "bei der Telekom kein wirkliches Problem verursacht." Und abschließend gab der langjährige TA-Vorstand noch Folgendes zu bedenken: "Das ist ein riesengroßes Unternehmen. Da passieren solche Dinge."

Die Verhandlung wird morgen, Donnerstag, mit Zeugenbefragungen fortgesetzt. Im Fall von Schuldsprüchen drohen den sechs Angeklagten dank einer mit Jahresbeginn in Kraft getretenen StGB-Novelle nur mehr bis zu drei statt bis zu zehn Jahre Haft.

Frankfurt/Ludwigshafen (APA/Reuters) - BASF spricht über eine Fusion seiner Öl- und Gas-Tochter Wintershall mit der vom russischen Milliardär Michail Fridman kontrollierten Dea AG. BASF würde die Aktienmehrheit an einem fusionierten Unternehmen halten, teilte der deutsche Konzern am Freitag mit. Mittelfristig sei ein Börsengang des Gemeinschaftsunternehmens eine Option.
 

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BASF spricht über Fusion der Tochter Wintershall mit Dea

Frankfurt (APA/Reuters) - Eine neue Vorschrift zur Bilanzierung droht die Banken zu belasten. Basierend auf Informationen direkt überwachter Geldhäuser, die besser auf die Umstellung vorbereitet seien, betrage die negative Auswirkung auf die harte Kernkapitalquote (CET 1) im Schnitt geschätzte 40 Basispunkte, teilte die Europäische Zentralbank (EZB) am Freitag mit.
 

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EZB - Neue Bilanzierungsregel knabbert Banken-Kapitaldecke an

Bonn/Frankfurt (APA/dpa) - Die Preisexplosion für innerdeutsche Flugtickets nach der Air-Berlin-Pleite ruft das deutsche Bundeskartellamt auf den Plan. Die Wettbewerbsbehörde hat entschieden, die Preise beim Branchenprimus, der AUA-Mutter Lufthansa, zu prüfen.
 

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Deutsches Kartellamt prüft Lufthansa-Preise nach Air-Berlin-Pleite