Telekom-Prozess - Ex-TA-Mitarbeiter: Geld ging an Grazer ÖVP

Wien/Graz - Nach der ÖVP-nahen Werberin wurde der frühere ÖVP-Organisationsreferent und spätere Telekom-Bereichsleiter vernommen, der im Auftrag von Telekom Austria (TA)-Vorstand Rudolf Fischer die 120.000 Euro Richtung ÖVP in Bewegung gesetzt haben soll. Er blieb bei seinen bisherigen Angaben und stütze damit die Anklage. Das Geld sei "nicht für die Bundespartei, sondern die ÖVP Graz gewesen".

Dieser Umstand habe ihn durchaus gewundert und sei ihm "eigenartig vorgekommen. Aber es war scheinbar auf höherer Ebene vorgegeben". Grundsätzlich sei es ja "ein ganz normaler Strategievorgang, dass man eine politische Partei mit Sponsoring oder Inseraten-Schaltung unterstützt".

Die Telekom habe "auch dem Bauernbund beim Erntedankfest" in finanzieller Hinsicht unter die Arme gegriffen, betonte der 42-Jährige. Insofern habe er nach seinem Empfinden zu keiner strafbaren Handlung beigetragen, zumal er obendrein auf Zutun von Fischer und dessen Vorstandskollegen Gernot Schieszler tätig geworden sei: "Ich war nur Angestellter und weisungsgebundener Mitarbeiter."

Schieszler, der diverse dubiose Telekom-Zahlungen der Justiz verraten hatte und deswegen Kronzeugen-Status genießt, habe ihn auch gebeten, der Grazer ÖVP die Zahlung der 120.000 Euro zu avisieren, führte der ehemalige TA-Mitarbeiter weiter aus. Er habe daher dem damaligen Grazer ÖVP-Geschäftsführer Schönegger eine Mail geschrieben. An ein Telefonat könne er sich dagegen nicht erinnern: "Ich kannte Schönegger auch nicht."

Auch die beiden Geschäftsführer der TA-Tochter eTel, aus deren Vermögen die 120.000 Euro stammten, fühlten sich schuldlos. Sie hätten auf Weisung des TA-Finanzvorstands Schieszler gehandelt und auf dessen Betreiben die Zahlung für eine vermeintliche Consulting-Leistung geleistet. Ein "Scheingeschäft" sei für sie nicht ersichtlich gewesen.

Thomas Kralik, der Verteidiger des einen, bemerkte: "Wir haben hier nicht nur eine dünne Suppe. Wir haben überhaupt keine Suppe." Philipp Scheuba, der Rechtsbeistand des anderen, meinte: "Wenn der große Vorstand der Telekom sagt 'Zahl das!', dann hat man das getan." Sein Mandant habe "eine Weisung bekommen, und die hat er exekutiert."

Paris (APA/Reuters) - Der französische Medienkonzern Vivendi taxiert den Wert seiner Tochterfirma Universal Music Group (UMG) auf mehr als 40 Milliarden Dollar (rund 34 Milliarden Euro). Er habe gerade in dieser Woche eine entsprechende Schätzung gesehen, sagte Vivendi-Chef Arnaud de Puyfontaine am Freitag auf einer Branchenkonferenz in Barcelona. Er gehe aber davon aus, dass der Wert noch darüber liege.
 

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Vivendi-Chef schätzt Wert der Musiksparte auf über 40 Mrd. Dollar

München (APA/dpa) - Es ist Tag eins nach der Hiobsbotschaft. Die Siemens-Mitarbeiter in Leipzig und Görlitz wissen seit weniger als 24 Stunden, dass ihre Werke mit zusammen 920 Arbeitsplätzen geschlossen werden sollen. Und in Erfurt steht das Generatorenwerk auf der Kippe. Doch statt resignierter Katerstimmung herrscht vor allem Wut.
 

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Unverständnis und Wut: Siemens-Mitarbeiter bangen um ihre Zukunft

London/Göteborg (APA/dpa/AFP/Reuters) - Großbritannien und die Europäische Union geben die Hoffnung auf einen raschen Durchbruch bei den Brexit-Verhandlungen noch nicht auf. Doch müsse London spätestens bis Anfang Dezember Zugeständnisse machen, sagte EU-Ratspräsident Donald Tusk am Freitag in Göteborg. Nur dann könne Mitte Dezember die zweite Verhandlungsphase eingeläutet werden.
 

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Warten auf Bewegung beim Brexit - EU präzisierte Frist für London