Telecom Italia startet Neuausrichtung - Abspaltung von Festnetzsparte

Mailand (APA/Reuters) - Die hoch verschuldete Telecom Italia (TIM) treibt die Abspaltung ihrer Festnetzsparte voran. Damit läutet der neue Firmenchef Amos Genish eine umfassende strategische Neuausrichtung ein.

Genish kündigte am Mittwoch an, dass nun die Trennung von dem mit rund 15 Milliarden Euro bewerteten Festnetzgeschäft in die Wege geleitet werde. Es soll jedoch zunächst weiter unter Kontrolle von Italiens früherem Staatsmonopolisten bleiben. Genish setzt darauf, dass der Aktienmarkt durch diesen Schritt einen besseren Blick auf den TIM-Firmenwert erhält.

Telecom Italia sitzt auf einem Schuldenberg von etwa 26 Mr. Euro. Seit dem Einstieg der französischen Mediengruppe Vivendi Mitte 2015 zum mittlerweile größten Anteilseigner hat der italienische Telekomkonzern zudem mehr als ein Drittel an Börsenwert verloren. Der Großaktionär und das TIM-Management hatten sich immer wieder über die Ausrichtung der Firma gestritten.

Am Mittwoch ging die TIM-Aktie um 0,8 Prozent in die Höhe, nachdem das Papier am Dienstag bereits nach der Nachricht vom Einstieg des Hedgefonds Elliott deutlich zugelegt hatte.

Genish will nun die Digitalisierung des Unternehmens und den Breitbandausbau vorantreiben sowie mehr Musik- und Video-Inhalte anbieten. Dafür will das Unternehmen in den nächsten drei Jahren 9 Mrd. Euro in Italien sowie weitere 3 Mrd. Euro auf dem einzigen Auslandsmarkt Brasilien in die Hand nehmen. Telecom Italia kämpft mit starker Konkurrenz durch Vodafone und den Anbieter Wind Tre. Nun will offenbar auch noch Iliad aus Frankreich den Markt aufmischen. Trotz des harten Wettbewerbs stieg der Umsatz von Telecom Italia im vergangenen Jahr um 4,2 Prozent auf 19,8 Mrd. Euro. Der Betriebsgewinn (Ebitda) fiel hingegen um 2,6 Prozent auf knapp 7,8 Mrd. Euro.

London (APA/Reuters/dpa) - Einen Tag nach dem von Konfrontation geprägten EU-Gipfel in Salzburg hat die britische Premierministerin Theresa May Härte demonstriert und von Brüssel neue Brexit-Vorschläge gefordert. Die Verhandlungen seien in einer Sackgasse. "Ich habe die EU immer mit Respekt behandelt. Großbritannien erwartet dasselbe", sagte May in ungewöhnlich scharfen Worten am Freitag in London.
 

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May demonstriert nach EU-Gipfel Härte in Brexit-Gesprächen

Wien/Stuttgart (APA) - "Wir müssen ein anderes Denken üben", so der Appell von Eckhard Minx, Zukunftsforscher und Vorstandssprecher der "Daimler und Benz Stiftung" beim heutigen "Deutsch-Österreichischen Technologieforum" in Wien. Die Menschen hätten das "Trugbild der Beständigkeit" im Kopf, dabei stehe die Gesellschaft vor einem grundsätzlichen Wandel. "Digitalisierung ist so was wie ein Tsunami", so Minx.
 

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Zukunftsforscher: "Digitalisierung ist so was wie ein Tsunami"

Wien (APA) - Zahlreiche Missstände hat der Rechnungshofbericht zur bereits aufgelösten Bundesanstalt für Verkehr (BAV) zutage gebracht. Nachdem der RH die Staatsanwaltschaft eingeschaltet hat, wird gegen drei Beschuldigte wegen Amtsmissbrauch und Untreueverdacht ermittelt. So sollen Millionen zu viel überwiesen worden sein, knapp 350.000 Euro ohne Gegenleistung gezahlt und Untersuchungsberichte nie veröffentlicht worden sein.
 

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Bundesanstalt für Verkehr: Amtsmissbrauch- und Untreueverdacht