Teilzeitarbeit bei Frauen boomt weiter

Die Teilzeitarbeit bei Frauen boomt weiter. Im ersten Quartal 2015 arbeitete fast die Hälfte der Frauen Teilzeit, die Teilzeitquote stieg auf 48 Prozent. Der Zuwachs ging auf Kosten der Vollzeit, geht aus am Donnerstag veröffentlichten Daten der Statistik Austria hervor. Bei Männern gab es mehr Vollzeitjobs. Die Arbeitslosigkeit sank leicht. Die Gewerkschaft fordert angesichts der steigenden Teilzeitquoten von Frauen mehr Vollzeitarbeitsplätze. Der Wirtschaftsbund betont, dass Teilzeit kein Zwang ist.

Die Zahl der Arbeitslosen nach internationaler Definition ging im ersten Quartal 2015 leicht auf 251.000 Personen zurück, nach 256.400 im ersten Quartal 2014, teilte die Statistik Austria heute mit. Die Arbeitslosenquote sei leicht von 6,0 auf 5,8 Prozent gefallen. Dabei gab es bei den Männern einen leichten Anstieg von 6,1 auf 6,3 Prozent, bei den Frauen einen Rückgang von 5,8 Prozent auf 5,3 Prozent. Rückläufig war vor allem die Arbeitslosenrate bei den Jugendlichen, die von 11,4 auf 9,6 Prozent sank.

Die Zahl der offenen Stellen stieg leicht auf 66.800, nach 63.300 im ersten Quartal 2014. Bei der Zahl der Erwerbstätigen gab es einen Anstieg um 25.700 Personen auf rund 4,076 Millionen, was zum größten Teil auf einen Zuwachs bei den Teilzeiterwerbstätigen (+23.400) zurückzuführen ist.

"Dem langfristigen Trend entsprechend, verzeichneten Frauen im Jahresabstand bei Teilzeitarbeit Zuwächse (+25.000), die jedoch großteils auf Kosten von Vollzeitarbeitsplätzen (minus 21.200) gingen", so die Statistik Austria. Bei Männern seien dagegen um 23.500 mehr Vollzeiterwerbstätige ermittelt worden. Die Zahl der erwerbstätigen Männer in Teilzeit (241.200) sei nahezu unverändert geblieben.

Teilzeitquote bei Frauen stieg auf 48 Prozent

Die Teilzeitquote der Frauen stieg auf 48,0 Prozent, nach 46,8 Prozent im Vorjahresquartal. Die Teilzeitquote bei Männern sank leicht von 11,4 auf 11,2 Prozent. Insgesamt stieg die Teilzeitquote von 28,2 auf 28,6 Prozent.

Der Austausch von Teilzeit auf Kosten von Vollzeit passierte vor allem im Handel mit 25.100 mehr Teilzeitjobs und 25.500 weniger Vollzeitjobs.

Die meisten Vollzeitarbeitsplätze entstanden im Jahresvergleich im Bereich "Herstellung von Waren" mit plus 35.700 und einem Minus bei der Teilzeit von 10.800.

Der Anteil der Erwerbstätigen an der Wohnbevölkerung im Haupterwerbsalter (15 bis 64 Jahre) blieb im Jahresvergleich mit 70,2 Prozent fast unverändert. Die Erwerbsquote bei den Älteren (55 bis 64 Jahre) stieg um 1,6 Prozentpunkte auf 45,1 Prozent. Bei den Jugendlichen war sie mit 50,7 Prozent etwas niedriger als im ersten Quartal 2014 mit 51,0 Prozent.

Das Plus von 25.700 bei den Erwerbstätigen betraf vor allem Unselbstständige (+25.100 auf 3.532.900). Die Zahl der Selbstständigen und Mithelfenden veränderte sich mit insgesamt 542.900 kaum, wobei es bei den Selbstständigen ein Plus von 15.800 gab und bei den Mithelfenden ein Minus von 15.200. Der Anstieg bei den Selbstständigen betraf vor allem jene ohne Arbeitnehmer.

ÖGB will mehr Vollzeitjobs für Frauen

"Die Wirtschaft muss mehr Vollzeitarbeitsplätze für Frauen anbieten", sagt ÖGB-Vizepräsidentin und Bundesfrauenvorsitzende Renate Anderl laut einer Pressemitteilung zu heute von der Statistik Austria veröffentlichten Zahlen, wonach die Teilzeitquote bei Frauen im ersten Quartal auf 48 Prozent gestiegen ist, nach 46,8 Prozent im Vorjahresquartal. Der Ausbau von Kindergärten und Ganztagsschulen wäre ein wichtiger Beitrag zur Chancengleichheit von Männern und Frauen und die beste Möglichkeit, um Frauen ein Einkommen zu sichern, von dem sie auch leben könnten, bekräftigt die Gewerkschaft.

Teilzeitarbeit verhindere nicht nur Karrieren, sondern führe auch zu niedrigen Pensionen und zu Altersarmut. "Solange diese Probleme und Ungerechtigkeiten nicht gelöst sind, ist jede Forderung nach einer Anhebung des Frauenantrittsalters für uns indiskutabel und wird es mit uns nicht geben", sagte Anderl.

Die Vorsitzende von "Frau in der Wirtschaft im Wirtschaftsbund", Adelheid Moretti, betonte in einer Aussendung: "Teilzeitarbeit ist nicht mit Zwang verbunden so wie es gerne vom ÖGB suggeriert wird." Viele Frauen wählten bewusst den Weg in die Teilzeitarbeit, um so Familien- und Berufsleben besser miteinander vereinbaren zu können. "Jeder hat eine andere Lebensrealität, das muss auch der ÖGB akzeptieren."

Nicht nachvollziehbar sei die vehemente Ablehnung der Gewerkschaft bezüglich Angleichung des Frauenpensionsalters. Mit einer Angleichung "wäre den Frauen geholfen, denn durch den frühzeitigen Pensionseintritt sind sie oftmals beim Lebenseinkommen und der Karriereentwicklung benachteiligt."

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