Taus will weiter expandieren und hofft auf politische Vernunft

Wien (APA) - Der Industrielle und ehemalige ÖVP-Politiker Josef Taus will mit seinem Firmenkonglomerat weiter wachsen und sieht dafür Potenzial in allen Geschäftsbereichen. Im vergangenen Wirtschaftsjahr 2017/18 sei es der MTB-Gruppe "relativ gut gegangen", politische Risiken könnten die Aussichten für die Zukunft aber trüben. "Wir hoffen, dass die Vernunft nicht ganz verschwindet", sagte Taus.

Die Gruppe will "Konsolidierer in einzelnen Branchen" spielen, sagte Martin Waldhäusl, Schwiegersohn von Taus und Vorstand der Handelstochter MTH Retail, bei der Bilanzpressekonferenz am Donnerstag. Momentan wolle man einen Verlag ins Boot holen, in dem Bereich sei "fast nichts in österreichischer Hand", meinte Taus. Mit der Tochter Designa streckt die MTB Beteiligungen AG zurzeit die Fühler nach Südamerika aus und versucht, dort über eine Vertriebsgesellschaft in Mexiko Fuß zu fassen. Aber auch Branchen, in denen man bis jetzt nicht vertreten ist, wären denkbar, so Taus.

Im Handel summierte sich der Umsatz der Tochter MTH Retail Group, zu der unter anderem Libro und Pagro gehören, zuletzt auf 658,7 Mio. Euro. Die Zahl der Filialen erhöhte sich von 767 auf 788. Bei der Papierhandelskette Libro, die 2002 vor dem Aus stand und damals von Taus übernommen wurde, liegt der Fokus mittlerweile auf Papeterie, Geschenken und Schreibwaren - die Sortimentsänderung habe sich bereits positiv ausgewirkt, die Filialen müssten aber noch umgebaut werden, sagte der für den Handelsbereich zuständige Waldhäusl.

Durch den Zukauf der Office-World-Gruppe (OWiba AG) vom Migros-Konzern gegen Ende 2017 ist die MTH Retail nun im gesamten DACH-Raum vertreten. Die Schweizer Bürobedarf-Gesellschaft müsse zwar restrukturiert werden, liefere aber positive Ergebnisse, sagte Waldhäusl. Sie stärke vor allem das Geschäft mit Gewerbekunden und die Online-Präsenz der Gruppe. In Deutschland wird der ostdeutsche Non-Food-Diskonter Pfennigpfeiffer auf Pagro umgestellt.

Neben dem Handel ist die MTB-Gruppe auch in der Industrie vertreten: Die Zutrittskontrolltöchter Designa und Axess erreichten im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 110,1 Mio. Euro, nach 93 Mio. im Jahr zuvor. Erstere sei besonders in den USA erfolgreich und soll heuer deutlich wachsen. Bei der Beteiligung im Werkzeugmaschinenbau, Krause und Maurer, beliefen sich die Erlöse auf 47,8 Mio. Euro. Im Print- und Verlagsbereich sind unter anderem die Herold Druck und Verlag AG, Grasl-Druck und seit dem Vorjahr auch die Druckerei Gerin Teil der MTB-Gruppe. Dieser Bereich spielte mit dem jüngsten Zukauf einen Umsatz von 39,1 Mio. Euro ein.

Insgesamt stieg der Umsatz der MTB-Gruppe im abgelaufenen Geschäftsjahr um 7,7 Prozent auf 858,1 Mio. Euro, unterm Strich blieb ein Jahresergebnis von 21,9 Mio. Euro (Vorjahr: 20,6 Mio. Euro). Die Eigenkapitalquote gab Taus mit 33 Prozent an. Bei der nächsten Bilanzpressekonferenz will der Ex-Politiker einen Umsatz von einer Milliarde Euro vermelden.

Wenn es in der Politik nicht friedlicher werde, wisse er aber nicht "wie es weitergeht". Nach 1945 war die politische Vernunft durchaus gegeben, blickte Taus zurück. "Ich hoffe, dass es so weitergeht." Denn Österreich habe wenig politische Bedeutung und sei Anhänger von Europa. Er selbst werde sich mit seinen 85 Jahren nicht mehr politisch engagieren, es schreie aber nach Änderung, sagte Taus und verwies etwa auf die ungleiche Vermögensverteilung in der westlichen Welt.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte

Rom/Menlo Park (APA) - Nachdem die US-Internetriesen Google und Amazon wegen vermuteter Steuerhinterziehung ins Visier der italienischen Justiz geraten sind, hat sich Facebook mit Italiens Steuerbehörden auf die Zahlung von 100 Mio. Euro geeinigt, um ein Steuerverfahren abzuschließen. Die Mailänder Justiz hatte dem E-Commerce-Riesen Steuerhinterziehung in Höhe von 300 Mio. Euro vorgeworfen, so italienische Medien.
 

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