Talanx kommt mit Sanierung der Industrieversicherung voran

Hannover (APA/Reuters) - Der deutsche Versicherer Talanx kommt mit der Sanierung seines Industrie-Geschäfts schneller voran als gedacht. 70 Prozent der geplanten Preiserhöhungen um 20 Prozent in der von hohen Schäden betroffenen Sparte habe man bereits durchgesetzt, sagte Vorstandschef Torsten Leue am Montag in Hannover. Das sei mehr, als sich Talanx bis zum Ende des Jahres vorgenommen habe.

Heuer häuften sich Feuerschäden und andere Betriebsunterbrechungen bei großen Industrieunternehmen, vor allem in Deutschland. Allein in der Erstversicherung - also ohne die Hannover Rück - musste Talanx in den ersten drei Quartalen fast 200 Millionen Euro zahlen, was die Schaden-Kosten-Quote in der Industrie-Sparte auf 111,7 Prozent trieb und die Sparte in die roten Zahlen rutschen ließ.

Leue führt die hohe Zahl der Schäden auf die brummende Konjunktur zurück. Die Unternehmen lasteten ihre Maschinen bis zur Kapazitätsgrenze aus und unterließen notwendige Wartungen, was zu mehr Ausfällen führe. Die eng verflochtenen Lieferketten trieben zudem die Folgeschäden bei Kunden nach oben. Finanzchef Immo Querner sagte, Talanx habe zwar durch die Preiserhöhungen 120 Mio. Euro Geschäft verloren - von 920 Mio. Euro insgesamt. Die höheren Prämien glichen das aber bereits jetzt weitestgehend aus. Im kommenden Jahr soll die Schaden-Kosten-Quote auf rund 100 Prozent sinken.

Wegen der Probleme in der Industrieversicherung hatte das Unternehmen die Gewinnprognose für 2018 bereits im Oktober auf 700 Mio. Euro gesenkt. Nach drei Quartalen standen 488 Millionen zu Buche, um zehn Prozent mehr als ein Jahr zuvor, weil sich die übrigen Sparten gut entwickelten. Die Prämien wuchsen um 7,3 Prozent auf 27,1 Mrd. Euro, währungsbereinigt sogar um 11,4 Prozent. 2019 soll der Gewinn auf 900 Mio. Euro steigen. "Wir halten das für sehr realistisch", sagte Leue.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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