T-Mobile US und Sprint vor Einigung zur Mega-Fusion

New York/Bonn (APA/Reuters) - Die Deutsche Telekom steuert mit ihrer Erfolgstochter T-Mobile US Insidern zufolge auf eine milliardenschwere Mobilfunkhochzeit am umkämpften amerikanischen Markt zu. T-Mobile US und der Rivale Sprint stünden in ihren Fusionsgesprächen vor einem Durchbruch, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen.

Die bevorstehende Grundsatzvereinbarung sehe vor, dass die Sprint-Mutter SoftBank 40 bis 50 Prozent an dem neuen Gemeinschaftsunternehmen halten solle. Die Telekom werde voraussichtlich über 50 Prozent kontrollieren, sagte ein dritter Insider. Auch beim Aktientausch für einen Zusammenschluss stünden beide Seiten vor einer Einigung. Damit wären wichtige Hürden für eine Fusion aus dem Weg geräumt. Telekom und Sprint wollten die Angaben nicht kommentieren.

T-Mobile US ist die Nummer Drei auf dem US-Telefonmarkt, Sprint die Nummer Vier. Bei einem Zusammenschluss entstünde ein Unternehmen mit über 130 Millionen Kunden, Analysten erwarten einen Umsatz von mehr als 70 Mrd. Dollar. Zudem gäbe es Raum für Einsparungen. Sprint-Aktien legten im vorbörslichen Handel deutlich zu, Anteilsscheine von T-Mobile US notierten rund 0,9 Prozent höher. In Deutschland stiegen Telekom-Aktien um 1,5 Prozent auf 15,58 Euro.

Nach einer Übereinkunft auf die grundsätzlichen Punkte könnten beide Seiten eingehend die Bücher prüfen, hieß es weiter. Dies würde voraussichtlich zwei bis drei Wochen dauern. Wohl Ende Oktober könnte damit eine endgültige Einigung besiegelt werden. Um Zusammenschlüsse auf dem umkämpften US-Markt hatte es immer wieder Spekulationen gegeben - in deren Mittelpunkt die Telekom-Tochter steht. Neben Sprint gehören Verizon und AT&T zu den US-Riesen. "Es gibt Gespräche, es gibt aber nichts, worüber es zu berichten gibt", hatte Telekom-Finanzchef Thomas Dannenfeldt Anfang August gesagt.

T-Mobile US ist ein Wachstumstreiber der Deutschen Telekom. Die Tochter hatte den US-Markt mit Milliarden-Investitionen und Tarifsenkungen aufgemischt. Die Telekom hält zwei Drittel der Aktien. Einem Zusammenschluss müssten aber die Kartellwächter zustimmen. Diese würden sich eine Fusion zweier großer Marktteilnehmer genau anschauen. Bei der Telekom überwog zuletzt die Hoffnung, die neue US-Regierung unter Präsident Donald Trump könnte Zusammenschlüssen offener gegenüberstehen als ihre Vorgänger. Regierungen der Republikaner seien in der Vergangenheit "sehr viel wirtschaftsliberaler" gewesen als die der Demokraten, hatte Telekom-Chef Tim Höttges im Juni gesagt - ohne aber spekulieren zu wollen.

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