SwissLeaks will Anlaufstelle für Schweizer Whistleblower werden

Zürich/Chur (APA/sda) - SwissLeaks soll eine neue Onlineplattform heißen, die schon bald als sichere Anlaufstelle für Schweizer Whistleblower fungieren will. Die Plattform wurde vor dem Hintergrund eines Baukartell-Skandals initiiert.

SwissLeaks soll noch diesen Sommer online gehen, wie die Initianten am Mittwoch mitteilte. Allerdings wird mittels Crowdfunding noch Geld für den Aufbau und Betrieb gesammelt, vorerst 30.000 Franken (25.558 Euro).

Die Plattform wird für Themen offenstehen mit Bezug zur Schweiz. Dahinter stehen der Chaos Computer Club Südostschweiz (CCC) und Campax, eine junge, unabhängige Schweizer Kampagnenorganisation mit Sitz in Zürich.

Hauptziel der Plattform ist es, Whistleblowern Sicherheit zu gewähren. Whistleblower sind Menschen, die Alarm schlagen, indem sie Missstände aufdecken, primär solche in Politik, Verwaltung und Wirtschaft.

Die Whistleblower sollen SwissLeaks anonym Missstände melden können. Campax will die Eingaben sichten und bewerten und dann entscheiden, ob etwas publik gemacht oder weitergereicht wird. Der CCC will für den sicheren Betrieb der Plattform sorgen.

Zur Klärung von Fragen will Campax mit den "Alarm-Schlagenden" in Kontakt treten können. Die Organisation betont aber, deren Schutz genieße höchste Priorität.

Als Auslöser für die Gründung von SwissLeaks geben geben die Initianten das Schicksal des Bündner Baumeisters Adam Quadroni, der als reuiges Kartellmitglied maßgeblich zur Aufdeckung des riesigen Baukartell-Skandals in Graubünden beitrug.

Quadroni sei dafür aber geächtet und sogar brutal verhaftet worden, schreiben Campax und der CCC. Seine Existenz sei zerstört worden. Ein solches Schicksal soll künftigen Whistleblowern dank SwissLeaks erspart werden, etwa durch die Wahrung der Anonymität.

Problematisch an SwissLeaks Argumenten ist allerdings die unsichere Faktenlage rund um die Person Quadroni. Campax und CCC stütze sich vollumfänglich auf Aussagen von Quadroni selber. Diese sind in Graubünden nicht unwidersprochen. Mehrere Untersuchungen sollen erst Klarheit bringen in die Vorgänge um den ruinierten Bauunternehmer.

Die Kampagnenorganisation Campax setzt sich für eine solidarische Gesellschaft, eine nachhaltige Wirtschaft und eine intakte Umwelt ein. Dem Vorstand gehört unter anderen der grüne Nationalrat und Fraktionschef Balthasar Glättli (ZH) an.

Der CCC ist laut eigenen Angaben die größte europäische Hackervereinigung und betrachtet sich als nicht-staatliche Organisation. Der CCC fordert ein Menschenrecht auf weltweite, ungehinderte Kommunikation und engagiert sich für einen freien Zugang zu Wissen und zu Computern. Der CCC Südostschweiz ist ein unabhängiger Verein und eine "dezentrale Einheit" des CCC Schweiz.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte

Rom/Menlo Park (APA) - Nachdem die US-Internetriesen Google und Amazon wegen vermuteter Steuerhinterziehung ins Visier der italienischen Justiz geraten sind, hat sich Facebook mit Italiens Steuerbehörden auf die Zahlung von 100 Mio. Euro geeinigt, um ein Steuerverfahren abzuschließen. Die Mailänder Justiz hatte dem E-Commerce-Riesen Steuerhinterziehung in Höhe von 300 Mio. Euro vorgeworfen, so italienische Medien.
 

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Facebook einigt sich mit italienischem Fiskus und zahlt 100 Mio. Euro