SV-Träger - AUVA-Obmann wirbt bei Unternehmern um Unterstützung

Wien (APA) - Die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) muss laut Regierungsprogramm bis Ende des Jahres ein Konzept zur Einsparung von 500 Millionen vorlegen, sonst droht ihr die Auflösung. AUVA-Obmann Anton Ofner wirbt nun in einem offenen Brief an die Unternehmer, die mit ihren Beiträgen die gesetzlichen Unfallversicherung finanzieren, um Unterstützung.

Die verlangten Einsparungen seien machbar, aber nur wenn die versicherungsfremden Leistungen, die die AUVA erbringe, eingestellt werden, erklärt Ofner in dem Schreiben. Unternehmen zahlen monatlich für einen Arbeitnehmer, der 2.000 Euro brutto im Monat verdient, mit 1,3 Prozent der Beitragsgrundlage, 26 Euro Unfallbeitrag an die AUVA.

Mit diesem Beitrag zur gesetzlichen Unfallversicherung sei nicht nur garantiert, dass die Mitarbeiter bei einem Arbeitsunfall beste Versorgung bekommen. Auch die Unternehmer seien abgesichert durch das sogenannte Haftungsprivileg: Leistungen aus der Unfallversicherung werden unabhängig von der Verschuldensfrage ausbezahlt. "Das System der AUVA garantiert somit, dass eine Haftung von Unternehmern ausgeschlossen ist. Sie ersparen sich damit - potenziell existenzbedrohende - Schadensersatzforderungen. Diese Forderungen können schnell einmal mehrere 100.000 Euro betragen", so Ofner. Zudem sei die Zahl der Arbeitsunfälle dank des Engagements der AUVA in der Prävention stark gesunken und zwar um die Hälfte seit 1990.

Ofner zeigte Verständnis für den Wunsch der Unternehmer nach einer Senkung der Unfallversicherungs-Beiträge und wies daraufhin, dass der AUVA-Beitrag schon 2014 von 1,4 Prozent auf 1,3 Prozent gesenkt wurde und sich die Wirtschaft seit dem rund 100 Millionen Euro jährlich an Lohnnebenkosten erspare. Der AUVA sei es gleichzeitig gelungen, diesen Beitragsentfall durch Effizienzsteigerungen innerhalb der Organisation auszugleichen.

Die im neuen Regierungsprogramm festgeschriebene Beitragssatzsenkung auf 0,8 Prozent sei dann möglich, wenn die versicherungsfremden Leistungen und Querfinanzierungen entsprechend überprüft und eingestellt werden. Diese Vorschläge seien von der AUVA bereits eingebracht worden.

"Wenn die AUVA diese Kosten nicht mehr tragen muss, kann der Ausfall der 500 Millionen Euro nahezu ausgeglichen werden und die AUVA ihre Kernaufgaben trotz Beitragssatzsenkung weiterhin vollständig und in höchster Qualität erfüllen. Damit werden wir als Unternehmer finanziell entlastet und können uns gleichzeitig wie bisher auf die Sicherheit, die uns die AUVA bietet, verlassen", so Ofner.

Steyr Motors fährt in die Pleite - und will neu durchstarten

Bonität

Steyr Motors fährt in die Pleite - und will neu durchstarten

EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

Wirtschaft

EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

Newsticker

Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte