Südafrikanischer Bischof: BASF und Siemens stützten Apartheid-Regime

Wien (APA) - Jo Seoka, der frühere anglikanische Bischof von Pretoria, hat den deutschen Firmen BASF und Siemens vorgeworfen, das südafrikanische Apartheid-Regime unterstützt zu haben. "Siemens und BASF haben während der Apartheid mit südafrikanischen Firmen gehandelt und die Streitkräfte ausgerüstet", sagte Seoka am Mittwoch gegenüber der APA in Wien. Beide Firmen hätten Überwachungsausrüstung geliefert.

Mit seiner NGO "Bench Marks Foundation" überwacht der ehemalige Bischof, der sich wegen eines Vortrages am Donnerstag im Wiener Forum Südliches Afrika derzeit in Österreich aufhält, multinationale Konzerne in Südafrika und ihr Verhältnis zu den Arbeitnehmern. "Zunächst wollten wir besonders die großen Firmen genau betrachten, die die 'South African Defence Force' (SADF) (die Streitkräfte des Apartheid-Regimes bis 1994, Anm.) ausgerüstet und unterstützt haben, oder während der Anti-Apartheid-Boykotte mit südafrikanischen Firmen gehandelt haben", sagte er. "Wir überwachen, ob sich diese Firmen bis heute in ihrem Verhalten und der Behandlung der Arbeitskräfte geändert haben und ob sie gegenüber Gewerkschaften offen sind", fuhr er fort.

Derzeit gebe es allerdings "wenig Veränderung". "Sie mögen zwar nicht mehr offenkundig rassistisch sein, aber es gibt noch immer Rassismus in diesen Firmen", erklärte Seoka. "Strukturelle Probleme" wie Rassismus in Südafrika verschwänden nicht über Nacht, aber Firmen könnten durch ihr Verhalten zu deren Bekämpfung beitragen.

Die neue Regierung des Präsidenten Cyril Ramaphosa wolle die Wirtschaft ankurbeln, so dass jede Firma die in Südafrika Jobs schaffe, willkommen sei. Seoka forderte, dass die Firmen zur nachhaltigen Entwicklung des Landes beitragen und darum einen mit Gewerkschaften erarbeiteten Beschäftigungs- und Verhaltenskodex umsetzen müssten. "Es sollte keine unilaterale Entscheidung sein, dass eine Firma kommen soll", fuhr er fort. "Wir hatten Fälle, wo ausländische Firmen unter dem Vorwand, die lokale Bevölkerung auszubilden, ihre eigenen Arbeiter mitgebracht haben", sagte der NGO-Vorsitzende.

"Rund 27 Prozent der jungen Menschen sind arbeitslos und selbst große Firmen zahlen keine guten Löhne", so Seoka. Aktuell finde in Südafrika ein vom Gewerkschaftsbund organisierter Streik gegen den Mindestlohn von 20 Rand (rund 1,33 Euro, Anm.) pro Stunde statt. "Die Arbeiter wollen einen Lohn, von dem sie leben können", sagte er.

Für den ehemaligen Bischof sind die Gewerkschaften stark genug, um ihre Anliegen durchzusetzen. "Als die Bergbaugewerkschaft AMCU 2014 einen fünfmonatigen Streik organisiert hatte, hat dieser fast die Wirtschaft des Landes zum Erliegen gebracht", berichtete er. "Die Arbeiter in Südafrika können also Firmen und Regierung von ihren Forderungen überzeugen", so Seoka. "Ich glaube, dass die Firmen die Löhne erhöhen können, aber ein kapitalistisches System gibt nicht einfach seine Gewinne her", sagte er. "Einige große internationale Firmen werden immer versuchen, die nationalen Regeln und Regulierungen zu umgehen", fügte er hinzu.

Auch Firmen wie das britische Bergbauunternehmen Lonmin, das 2012 durch das Massaker von Marikana bekannt wurde, bei dem 34 demonstrierende Bergleute im Streik durch die südafrikanische Polizei getötet und zahlreiche verletzt worden waren, zahlten kein faires Gehalt. "Die Arbeiter haben 22 Prozent mehr Lohn gefordert", erklärte Seoka, der sich noch immer um die Opfer des Massakers kümmert. "Damals ging es auch nicht um den Mindestlohn, sondern um einen Lohn, von dem man leben kann, und um sichere Arbeitsbedingungen."

Die Regierung habe sich mittlerweile dazu bereit erklärt, den Opfern in Summe eine Milliarde Rand (rund 66 Millionen Euro) an Entschädigungen zu zahlen. Seoka ist das jedoch zu wenig. "Wie hat die Regierung diesen Betrag errechnet?", fragte er. Die Bergwerker müssten von ihrem Lohn nicht nur sich selbst, sondern teilweise auch ihre erweiterten Familien ernähren. "Einige versorgen nicht nur Ehepartner, Kinder und Eltern, sondern auch Cousins, Onkel und Tanten", erläuterte er. "Manche Opfer sind verkrüppelt und können für den Rest ihres Lebens nicht mehr arbeiten", fügte er hinzu. Die Summe der Entschädigung werde aktuell zwischen den Anwälten der Regierung und den Angehörigen verhandelt.

"Ich glaube, dass diese Angelegenheit mit dem neuen Präsidenten bald zu Ende kommen wird", gab sich Seoka zuversichtlich. Ramaphosa habe angekündigt, den Wunsch der kürzlich verstorbenen Winnie Mandela, der Ex-Frau des ehemaligen Präsidenten Nelson Mandela, nachzukommen, sich bei den Witwen der Opfer zu entschuldigen und eine adäquate Entschädigung zu leisten.

(Das Gespräch führte Martin Auernheimer/APA)

(S E R V I C E : Webseite Bench Marks Foundation: http://www.bench-marks.org.za/ ,

Webseite Forum südliches Afrika: http://www.sadocc.at/ )

Toulouse (APA/dpa-AFX) - Der Flugzeugbauer Airbus braucht für das Hochlaufen seiner Produktion des A320 Neo noch mehr Zeit. Alles hänge von der Verfügbarkeit der Triebwerke ab, sagte Chris Buckley, Airbus-Vizepräsident für die Regionen Europa, Afrika und Asien-Pazifik, laut der Nachrichtenagentur Bloomberg in einem Interview auf Mauritius.
 

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Airbus braucht noch länger für Hochfahren der Produktion des A320 Neo

Berlin/Münster (APA/Reuters) - Der deutsche Finanzminister Olaf Scholz hat erneut für den Aufbau großer europäischer Banken geworben, die im internationalen Wettbewerb bestehen können. Zehn Jahre nach der Pleite von Lehman Brothers und der Finanzkrise sei wichtig, dass die letzten Schritte zur Schaffung der Banken- und Fiskalunion in der EU gegangen würden, sagte Scholz am Dienstag in Münster.
 

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Deutscher Finanzminister wirbt für neue Großbanken in Europa

Mannheim/München/Cupertino (Kalifornien) (APA/dpa) - Der Patentstreit zwischen Apple und dem Chipkonzern Qualcomm geht in eine neue Runde vor deutschen Gerichten. Den Auftakt machte am Dienstag eine Anhörung zu einer Qualcomm-Klage in Mannheim. Am Donnerstag folgt eine Verhandlung zu einer weiteren Klage des Chipkonzerns in München.
 

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Patentstreit von Apple und Qualcomm geht in Deutschland weiter