Sesselrücken bei RWE - Deutschland-Chef geht

Beim kriselnden Energieriesen RWE kommt es zu ersten Personalentscheidungen für den geplanten Konzernumbau. Der bisherige Deutschland-Chef Arndt Neuhaus werde das Unternehmen zum Ende des Monats verlassen, teilte RWE am Donnerstag mit. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte bereits am Vormittag von einem Insider über die Personalie erfahren.

Die Aufgaben von Neuhaus übernimmt nach Firmenangaben Bernd Böddeling, der Finanzvorstand der RWE Deutschland AG. Neuhaus war zwischenzeitlich auch für Leitungsaufgaben bei der geplanten Tochter für Netze, Vertrieb und Ökostrom gehandelt worden. Dort könne Konzernchef Peter Terium zunächst die Führung in Personalunion übernehmen, sagte der Insider. Das müsse aber keine Dauerlösung sein. Zuerst hatte das "Handelsblatt" über die Personalie berichtet.

Neuhaus hat einen engen Draht zu den Kommunen, die rund 24 Prozent an dem Versorger halten. Er hatte bei der Deutschland-Tochter das heimische Vertriebs- und Netzgeschäft verantwortet. Künftig sollen diese Geschäfte - im Inland und im Ausland - mitsamt der Ökostromanlagen in eine Tochter ausgelagert werden, von der noch in diesem Jahr zehn Prozent an die Börse gebracht werden sollen. Beim Mutterkonzern bleiben die Kohle-, Gas- und Atomkraftwerke und der Energiehandel. Terium verspricht sich von der Aufteilung ein schärferes Profil, das Investoren anlocken soll. Die neue Tochter soll am 1. April an den Start gehen.

Terium hatte bereits angekündigt, dass dann zunächst ein geschäftsführender Vorstand installiert werden könnte. Neben dem Niederländer könnte auch Finanzchef Bernhard Günther zunächst in Personalunion agieren, sagte der Insider. Spätestens bis zum Börsengang solle ein Vorstand benannt werden, hatte Terium angekündigt. Ob er selbst die Führung übernimmt, hatte er offen gelassen. Die Ökostromtochter ist zwar zukunftsträchtiger als der kohlelastige Mutterkonzern. Als deren Chef hätte er aber auch die Fäden bei der Tochter in der Hand, beispielsweise als Aufsichtsratschef.

Bei der neuen Gesellschaft wird die bisherige Chefin des Stromlobbyverbandes BDEW, Hildegard Müller, für das Netzgeschäft gehandelt. Sie soll im Mai zum Konzern wechseln und im Zuge der Umstrukturierungen einen Vorstandsposten einer Tochtergesellschaft übernehmen, hatte RWE angekündigt. Für die Erneuerbaren Energien komme der Chef der Ökostromtochter RWE Innogy, Hans Bünting, infrage und für den Vertrieb Osteuropachef Martin Herrmann.

Siemens liefert den ÖBB zur Verwendung ab 2022 neue Züge. Der Rahmenvertrag dazu war im Juli bekanntgeworden, nun sind alle Einspruchsfristen abgelaufen und der Deal ist fixiert. Bis zu 700 Waggons für die Personenbeförderung im Wert von bis zu 1,5 Mrd. Euro können die ÖBB in dem Vertrag abrufen. Gebaut werden die Wagen im Siemens-Werk in Wien.
 

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Neue Siemens Züge für ÖBB ab 2022 in Betrieb

Eine schwache Nachfrage nach Graphikkarten für die Erzeugung von Kryptowährungen wie Bitcoin stimmt den US-Konzern Nvidia vorsichtig. Der Umsatz im laufenden Quartal werde wohl bei 3,25 Mrd. Dollar (2,9 Mrd. Euro), plus/minus zwei Prozent, und damit unter den von Analysten im Schnitt geschätzten 3,34 Milliarden liegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.
 

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Chiphersteller Nvidia steigerte Umsatz

Mehr als 1.000 Mitarbeiter von Google haben in einem Brief Bedenken gegen die Rückkehr des Suchmaschinen-Giganten nach China angemeldet. Die zensierte Suchmaschine mit dem Projektnamen "Dragonfly" (Libelle) werfe "dringende moralische und ethische Fragen auf", zitierte das US-Portal "The Intercept" am Donnerstag aus dem Schreiben an die Konzernführung, in dem auch mehr Informationen zu den Plänen gefordert werden.
 

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Protestbrief: Mitarbeiter von Google hinterfragen China-Pläne