Studie: Strom-Versorgungssicherheit wird Leuten im Sommer mehr wert

Linz/Wien (APA) - Der Klimawandel bringt neben höheren Temperaturen mehr Stürme und Hitzewellen, was die Versorgungssicherheit der Stromnetze gefährdet. In Österreich und 18 anderen EU-Staaten würden Menschen mehr für Strom zahlen, wenn er dafür auch in Zukunft verlässlich zum Heizen im Winter und für Klimaanlagen im Sommer fließt, zeigten Linzer Forscher in einer im Fachjournal "Nature Energy" erschienenen Studie.

Die Forscher um Jed Cohen und Johannes Reichl vom Energieinstitut der Universität Linz befragten 2.700 Menschen in den verschiedenen europäischen Ländern, wie viel es ihnen wert wäre, dass es im Winter bzw. im Sommer keine längeren Stromausfälle gibt. Dies waren pro Haushalt zwischen 30 Cent und zwei Euro, um eine Stunde Stromausfall zu vermeiden. Die Antworten unterschieden sich stark nach den Temperaturen, an welche die Befragten in den beiden Jahreszeiten gewohnt sind, erklärte Reichl im Gespräch mit der APA. Dadurch konnten die Forscher modellieren, wie viel ihnen die Versorgungssicherheit in Zukunft bei höheren Durchschnittstemperaturen wert sein wird.

Im Winter würden die Leute derzeit im Schnitt mehr Geld lockermachen, damit ihre Heizung funktioniert, als im Sommer für die Versorgung der Klimaanlage. Sie haben also mehr Angst davor, in ihrer Wohnung zu frieren, als zu schwitzen. Ältere Leute scheuen für verlässlichen Strom weniger den Griff ins Börsel als junge, und Frauen weniger als Männer. Städter geben sich ein wenig spendabler als Landbewohner, was womöglich damit zusammenhängt, dass sie auch um die Elektrizitätsversorgung wichtiger lokaler Einrichtungen wie Krankenhäuser besorgt sind, meinen die Forscher. Wer jüngst ein paar Stunden Stromausfall erlebte, hat selten die Spendierhosen an, weil er möglicherweise für das nächste Mal schon mit ein paar Kerzen, Taschenlampen oder sogar einem Generator vorbereitet ist.

Weil in Zukunft die Sommer heißer und die Winter milder werden, ändern sich die Beträge, die für Verlässlichkeit gezahlt würden, berechneten die Forscher. Mit steigenden Temperaturen nähme die Zahlungsbereitschaft im Winter etwas ab und im Sommer zu. Bei Herrn und Frau Österreicher zum Beispiel von aktuell 88 Cent im Winter und 48 Cent zur Sommerzeit, um einer Stunde Stromausfall zu entgehen, auf 77 (Winter) und 58 Cent (Sommer) im Jahr 2055 und 66 bzw. 65 Cent anno 2089.

Die Versorgungssicherheit würde demnach im Winter ein bisschen weniger wichtig genommen und im Sommer umso bedeutsamer, so Cohen. Das Ganze gleicht sich aber nicht aus, denn das künftige "Sommerproblem" übersteigt jenes im Winter, wenn man ganz Europa betrachtet. Deshalb solle man in die Stabilität der Stromnetze investieren, zum Beispiel mit externen Kühlern bei heiklen Elementen oder stabileren Masten in gefährdeten Regionen, so die Forscher in der vom Austrian Climate Research Program geförderten Studie.

Paris (APA/AFP) - Der Möbelhersteller Roche Bobois geht an die Börse. Das französische Familienunternehmen hofft an der Mehrländerbörse Euronext auf einen Erlös von rund 22 Millionen Euro, wie es am Montag in Paris mitteilte. Die 1960 gegründete Roche-Bobois-Gruppe stellt hochwertige Möbel her und ist in 54 Ländern vertreten.
 

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Französischer Möbelhersteller Roche Bobois geht an die Börse

Wien (APA) - Die Telekomregulierungsbehörde RTR hat Österreichs Kommunikationsinfrastruktur auf Risiken untersucht und dabei 487 Gefahren aufgelistet, wie aus einem am Montag veröffentlichten Bericht hervorgeht. Dabei geht es neben Ausfällen unter anderem um Cyberangriffe, Spionage und Katastrophen. Involviert waren Telekomfirmen, Internetserviceprovider, Verkehrs- und Innenministerium sowie das Kanzleramt.
 

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Telekombehörde RTR unterzog Netzinfrastruktur Stresstest

München (APA/Reuters) - Das Übernahmeangebot aus China für den bayerischen Autozulieferer Grammer läuft. Die Aktionäre haben seit Montag vier Wochen (bis 23. Juli) Zeit, das Offert der Familie Wang anzunehmen, die den deutlich kleineren chinesischen Grammer-Partner Ningbo Jifeng kontrolliert, wie der Bieter mitteilte. Die Familie, die bereits gut 25 Prozent an Grammer hält, bietet wie angekündigt 60 Euro je Aktie.
 

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Übernahmeangebot für Autozulieferer Grammer läuft bis 23. Juli