Studie: EZB-Geldflut entlastet vor allem Haushalte der Südländer

Deutschland profitiert nach Berechnungen der DZ Bank nicht so stark von der ultralockeren Geldpolitik der EZB wie andere Euro-Länder. Würden die Anleihen-Renditen auf dem Niveau von Ende 2015 bleiben, könnte Finanzminister Schäuble im Haushalt bei den Zinszahlungen bis 2022 insgesamt 87,8 Milliarden Euro einsparen, hieß es in einer Studie der DZ Bank, die Reuters am Freitag vorlag.

Deutlich höher fielen die Einsparungen bei den Ländern aus, deren Anleihe-Renditen 2012 während der Euro-Krise kräftig nach oben geschnellt waren. So könnte der spanische Haushalt laut DZ Bank bis 2022 um 300,7 Milliarden Euro entlastet werden. In Italien seien sogar Einsparungen von 669,5 Milliarden Euro möglich.

"Die von uns analysierten Länder Spanien und Italien können auch mit einem deutlichen Rückgang ihrer Schuldenstandsquoten in den kommenden Jahren rechnen", schreiben die DZ-Bank-Experten. Dafür müssten die Länder aber an ihrem Sparkurs festhalten. Mit ihrer ultralockeren Geldpolitik hat die Europäische Zentralbank (EZB) seit 2012 dafür gesorgt, dass die Anleihe-Renditen deutlich gesunken sind. Auch die Renditen zehnjähriger Bonds aus Italien oder Spanien, die während der Euro-Krise ins Visier von Spekulanten geraten waren, sind kräftig gefallen. Für die Haushalte dieser Länder bedeutet der Renditerückgang, dass deutlich weniger für Zinsausgaben aufgewendet werden muss.

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