Studie - Euro-Schwäche schiebt Umsatz von Großunternehmen an

Die deutschen Großkonzerne verdanken ihr Umsatzwachstum zum Jahresauftakt zum größten Teil dem schwachen Euro. Insgesamt steigerten die Unternehmen im Leitindex Dax ihre Umsätze im ersten Quartal um neun Prozent auf 336 (Vorjahr: 307) Milliarden Euro. Mindestens 60 Prozent der Zuwächse - also etwa 17 Milliarden Euro - seien aber auf Währungseffekte zurückzuführen, hat die Unternehmensberatung EY (Ernst & Young) in einer am Dienstag veröffentlichten Studie errechnet. "Die exportorientierten Unternehmen in Deutschland profitieren massiv vom niedrigen Euro-Kurs, der ihre Produkte im Ausland billiger macht oder zu positiven Wechselkurseffekten bei der Umrechnung in Euro führt", sagte EY-Partner Thomas Harms.


Im Vergleich zum Dollar und dem chinesischen Yuan habe der Euro im ersten Quartal jeweils 21 Prozent an Wert verloren, zum britischen Pfund immerhin elf Prozent. In Nordamerika steigerten die Dax-Unternehmen - ohne Berücksichtigung der Banken - ihre Umsätze daher um 26 Prozent, in Asien um 15 Prozent - in Europa dagegen nur um fünf Prozent. Das sorgte für einen Rekordgewinn von 32,8 (2014: 31,8) Milliarden Euro vor Steuern und Zinsen, auch wenn die Gewinnentwicklung mit dem Umsatzwachstum nicht Schritt halten konnte. Die höchsten operativen Gewinne verzeichneten die beiden Autobauer Volkswagen (3,3 Milliarden Euro) und Daimler (2,9 Milliarden), gefolgt von der Allianz (2,85 Milliarden) und Siemens (2,55 Milliarden).

Zehn von 30 Dax-Unternehmen erhöhten nach dem ersten Quartal der Studie zufolge ihre Gewinn- oder Umsatzprognosen. Die meisten davon hätten die Wechselkursentwicklungen als Grund dafür genannt. Harms warnt aber davor, sich auf Dauer auf Währungseffekte zu verlassen: "Niemand kann sagen, wie lang die Euro-Schwäche anhält. Die Wechselkursgewinne von heute können die Wechselkursverluste von morgen sein." Auch ein schwacher Euro könne nicht überdecken, dass die Konjunktur weltweit an Schwung verliere. Daher müssten die Konzerne weiter an ihrer Effizienz arbeiten.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte