Studie: Austro-Banken arbeiten sehr ineffizient

Wien - Die Banken in Österreich lagen im letzten Jahr - obwohl sie sich etwas besser als in den meisten anderen europäischen Ländern entwickelt haben - bei der Kosteneffizienz noch immer unter den Schlusslichtern. Nur in Portugal war das Verhältnis von Kosten zu Ertrag 2014 laut einer heute vorgestellten A.T.-Kearney Studie mit 96 Prozent noch schlechter. Die heimischen Institute kamen auf 71 Prozent.

Die Verbesserung der Cost-Income-Ratio (CIR) von 75 auf 71 Prozent sei weniger auf Kostensenkungen als auf Ertragsverbesserungen zurückzuführen, sagte A.T. Kearney-Beraterin Daniela Chikova, Ko-Autorin der Retailbanken-Studie, am Dienstag in Wien. Für die europaweite Studie hat das Beratungsunternehmen rund 100 Bankengruppen in 24 Ländern mit über 100.000 Filialen untersucht.

Am effizientesten arbeiteten demnach die Banken in Spanien. Sie erreichten ein Kosten-Ertrags-Verhältnis von 48 Prozent, gefolgt von den nordeuropäischen Instituten mit 50 Prozent. Die Schweizer Institute kamen auf 59 Prozent und die deutschen auf 68 Prozent. Die Schweiz profitierte vor allem von höheren Erträgen pro Kunde, die skandinavischen Institute seien bei der Digitalisierung am weitesten, was sich günstig auf die Kosten auswirke, so Chikova.

Die Schweizer und die nordischen Banken sind die profitabelsten. So verdienten die österreichischen Banken pro Mitarbeiter 216.000 Euro, die nordischen und Schweizer Banken dagegen 349.000 Euro. Die südeuropäischen Banken (Spanien, Portugal, Italien) kamen auf 221.000 Euro, die westeuropäischen auf 183.000 Euro.

Auch beim Ertrag pro Kunde liegen die Schweiz und Skandinavien mit 811 Euro an der Spitze. Die heimischen Banken verdienten mit 602 Euro wieder etwas mehr und liegen im Mittelfeld. In Südeuropa verdienten die Banken pro Kunde 688 Euro, in Westeuropa 501 Euro und in Osteuropa 154 Euro.

"Die Banken werden es schwierig haben, ihre Geschäfte zu verbessern", so Chikova. Die Kunden seien anspruchsvoller geworden, seien verhaltener bei Einkaufsentscheidungen und zusätzlich kämen neue Wettbewerber wie Online-Zahlungsdienstleister auf den Markt. Auch das anhaltende Niedrigzinsumfeld werde auf die Erträge drücken und die zusätzlichen Regulierungen für neue Kosten sorgen.

Ein Umdenken sei deshalb notwendig. Österreichs Banken müssten sich auf die digitale Zukunft vorbereiten. Geschwindigkeit, Einfachheit und Transparenz werde bei Bankgeschäften immer wichtiger. Digitales Bezahlen, Mobile Banking, Online-Investing und Instant Lending müssten verstärkt bedient werden. Um auf der Kostenseite aufzuholen, seien einfachere Angebote, eine volldigitale Verarbeitung und der Umbau vom Filial- zum onlinebasierten Vertriebsmodell notwendig. Beispielsweise gebe es einen Anbieter, der Online-Kredite innerhalb von 30 Sekunden genehmige.

"Neue Ertragsquellen zu erschließen ist nicht einfach", meinte Chikova. Jedenfalls müssten sich die Banken mehr Gedanken über die Zukunft machen. Spätestens in 15 Jahren werde die Digitalisierung des Bankgeschäftes der Mainstream sein. Die Kontakte zu den Kunden müssten erhöht werden, indem die Bank zu einem Begleiter und Partner im Tagesablauf werde und daran Dienstleistungen anhänge.

Eine weitere Möglichkeit sei es, das Geschäft über Zukäufe zu erweitern. Derzeit stünden etliche kleine Banken günstig zum Verkauf. Ein Trend gehe auch dahin, Technologiefirmen für den digitalen Ausbau zu kaufen. Neue Lösungen seien gefragt, aber auch die Kostenseite ist sehr wichtig.

Paris (APA/Reuters) - Der französische Medienkonzern Vivendi taxiert den Wert seiner Tochterfirma Universal Music Group (UMG) auf mehr als 40 Milliarden Dollar (rund 34 Milliarden Euro). Er habe gerade in dieser Woche eine entsprechende Schätzung gesehen, sagte Vivendi-Chef Arnaud de Puyfontaine am Freitag auf einer Branchenkonferenz in Barcelona. Er gehe aber davon aus, dass der Wert noch darüber liege.
 

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Vivendi-Chef schätzt Wert der Musiksparte auf über 40 Mrd. Dollar

München (APA/dpa) - Es ist Tag eins nach der Hiobsbotschaft. Die Siemens-Mitarbeiter in Leipzig und Görlitz wissen seit weniger als 24 Stunden, dass ihre Werke mit zusammen 920 Arbeitsplätzen geschlossen werden sollen. Und in Erfurt steht das Generatorenwerk auf der Kippe. Doch statt resignierter Katerstimmung herrscht vor allem Wut.
 

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Unverständnis und Wut: Siemens-Mitarbeiter bangen um ihre Zukunft

London/Göteborg (APA/dpa/AFP/Reuters) - Großbritannien und die Europäische Union geben die Hoffnung auf einen raschen Durchbruch bei den Brexit-Verhandlungen noch nicht auf. Doch müsse London spätestens bis Anfang Dezember Zugeständnisse machen, sagte EU-Ratspräsident Donald Tusk am Freitag in Göteborg. Nur dann könne Mitte Dezember die zweite Verhandlungsphase eingeläutet werden.
 

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Warten auf Bewegung beim Brexit - EU präzisierte Frist für London