Studie - Britisches Sozial- und Gesundheitssystem versagt bei Kindern

London/Stockholm (APA) - Bei Gesundheitsökonomen ist das staatliche britische Gesundheitssystem (NHS) hoch angesehen. Es verfügt durchgängig über Daten, vor allem die bessere Betreuung von chronisch Kranken wird als positiv angeführt, auch wenn das System in Akutfällen regelmäßig Negativschlagzeilen macht. Bei Kindern aber dürfte es im Vergleich zu Schweden versagen, so das Resultat einer Studie in "The Lancet" (3. Mai).

Die Wissenschafter um Ania Zylberstejn vom Institut für Kindergesundheit in London haben die Mortalität von Lebendgeborenen zwischen England und Schweden verglichen. Ökonomisch unterscheiden sich die Staaten nicht wesentlich, was den Wohlstand anbelangt. Das erfolgte für den zweiten bis zum 27. Lebenstag, den 28. bis zum 364. Lebenstag und für die Altersgruppe zwischen einem und dem vollendeten vierten Lebensjahr. In England waren es die Daten aus 3,9 Millionen Geburten mit knapp 11.400 Todesfällen, in Schweden rund eine Million Lebendgeburten und rund 1.900 Todesfälle.

Die Unterschiede waren enorm: In den ersten vier Lebenswochen (zweiter bis 27. Tag) war die Mortalitätsrate in England um 66 Prozent höher als in Schweden. Im Zeitraum nach den ersten vier Lebenswochen bis zum Ende des ersten Lebensjahres war die Mortalität in England um 59 Prozent höher als in dem skandinavischen Staat. Innerhalb der vier weiteren ersten Lebensjahre gab es noch immer einen Unterschied um 27 Prozent (höher in England, allerdings statistisch nicht mehr signifikant).

Zwischen 77 und 68 Prozent des Unterschiedes bei der Säuglingssterblichkeit bis zum ersten Geburtstag waren laut den Experten durch den Gesundheitsstatus der Schwangeren und jungen Müttern erklärbar. Insbesondere dürften hier der Anteil der rauchenden Schwangeren (zwölf Prozent in England, 6,5 Prozent in Schweden) und das Adipositas-Risiko unter den Schwangeren (20 Prozent in England, 12,5 Prozent in Schweden) Auswirkungen gehabt haben. Einen Anteil von elf Prozent an der Säuglingsmortalität errechneten die Experten für sozioökonomische Faktoren in England.

"Großbritannien hat eine der höchsten Sterberaten bei Kindern in Westeuropa. 2013 lag die Mortalität bei Kindern unter fünf Jahren in Großbritannien bei 4,9 Promille und war rund 25 Prozent höher als in Frankreich, Deutschland, Italien oder Spanien und fast zweimal so hoch wie in Schweden (2,7 Promille)", schrieben die Experten. 2013 lag die Sterblichkeit in der Altersgruppe von Kindern unter fünf Jahren laut der Statistik Austria bei 3,8 Promille. Sie ist seither auf 3,6 Promille gesunken (2016).

Die Inflationsrate in Österreich ist im Juli leicht auf 2,1 Prozent gestiegen, nach 2,0 Prozent im Juni. Hauptpreistreiber waren Treibstoffe, gefolgt von Ausgaben für Wohnen, Wasser, und Energie, teilte die Statistik Austria am Freitag mit. Die Treibstoffpreise waren im Juli um 14,8 Prozent höher als im Vorjahresmonat.
 

Newsticker

Inflation stieg in Österreich im Juli auf 2,1 Prozent

Eine schwache Nachfrage nach Graphikkarten für die Erzeugung von Kryptowährungen wie Bitcoin stimmt den US-Konzern Nvidia vorsichtig. Der Umsatz im laufenden Quartal werde wohl bei 3,25 Mrd. Dollar (2,9 Mrd. Euro), plus/minus zwei Prozent, und damit unter den von Analysten im Schnitt geschätzten 3,34 Milliarden liegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.
 

Newsticker

Chiphersteller Nvidia steigerte Umsatz

Mehr als 1.000 Mitarbeiter von Google haben in einem Brief Bedenken gegen die Rückkehr des Suchmaschinen-Giganten nach China angemeldet. Die zensierte Suchmaschine mit dem Projektnamen "Dragonfly" (Libelle) werfe "dringende moralische und ethische Fragen auf", zitierte das US-Portal "The Intercept" am Donnerstag aus dem Schreiben an die Konzernführung, in dem auch mehr Informationen zu den Plänen gefordert werden.
 

Newsticker

Protestbrief: Mitarbeiter von Google hinterfragen China-Pläne