Streit mit Wien: Direktor von Ex-Hypo-Italientochter zurückgetreten

Wien/Klagenfurt/Udine - Marco Gariglio, seit zweieinhalb Jahren Direktor der Ex-Hypo-Italientochter HBI, ist zurückgetreten. Er begründete seinen Rücktritt mit Meinungsverschiedenheiten mit der (staatlichen) österreichischen Eigentümerschaft. Der HBI-Aufsichtsrat muss jetzt zusammenkommen, um einen Nachfolger zu ernennen, berichteten friaulische Medien am Montag.

Der 55-jährige Gariglio, der vor seinem Wechsel zur damaligen Hypo Italien (2013) Erfahrungen bei Santander und anderen Geldhäusern gesammelt hatte, wird bis zur Ernennung eines Nachfolgers im Einsatz bleiben. Die Trennung von der HBI sei "einvernehmlich" erfolgt, hieß es in einem Statement des Direktors.

Seit der Zerschlagung der ehemaligen Hypo Alpe Adria ist die staatliche österreichische "HBI-Bundesholding" die Eigentümerin der einstigen Hypo Italien (HBI). Die Hypo-Alpe-Adria-Bad-Bank Heta ist "nur mehr" Kreditgläubigerin, sie hat noch eine Milliardensumme in der italienischen Gesellschaft stecken.

"Ich habe versucht, die Bank am Leben zu halten und Lösungen wie den Verkauf zu fördern. Ich habe jedoch den Aktionär nicht überzeugen können, dass dies der richtige Weg ist", betonte Gariglio. Obwohl er derzeit keine berufliche Alternativen habe, sei es eine "Erleichterung" für ihn, die HBI zu verlassen.

"Ich bedauere nichts. Ich habe in diesen zweieinhalb Jahren alles Mögliche zur Rettung der Bank getan. Wir haben schwierige Zeiten erlebt, doch wir haben die Bank über Wasser gehalten, so dass HBI heute zu den solidesten Geldhäusern Italiens mit einem Tier 1 Kapital von über 20 Prozent zählt, was in der italienischen Bankenlandschaft einmalig ist", argumentierte der Manager.

Was Gariglio jetzt nicht erwähnte: Die Finanznöte der HBI haben voriges Jahr den österreichischen Staat - namentlich die größte Kreditgläubigerin Heta - nochmals massiv gefordert. Damals hatte die italienische Notenbank sogar eine Zwangsabwicklung in den Raum gestellt. Um das zu verhindern, wurden von der Heta massive Kreditnachlässe gewährt.

Die Zukunft der HBI und seiner 300 Mitarbeiter in Italien sei ungewiss, klagte der scheidende italienische Manager nun. Zwar seien die Institutionen in der Region Friaul Julisch Venetien stark bemüht, eine alternative Lösung zu finden. Dies sei jedoch nicht einfach.

Die Gewerkschaften erklärten sich besorgt. "Gariglio war der Mann, der eine Alternative zur Auflösung der Bank suchte. Die Österreicher wollen dagegen die Bank schließen. Der Weg, den sie eingeschlagen haben, ist eindeutig", sagte der Sprecher der Bankengewerkschaft FABI, Guido Fasano.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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