Streit um unrentables Verbund-Kraftwerk geht vor Schiedsgericht

(Reuters) - Das unrentable Gas-Kraftwerk Mellach wird für Österreichs größten Energiekonzern Verbund zum Dauerproblem. Eine gerichtliche Anordnung zwingt den Konzern zwar zum Weiterbetrieb des eigentlich zur Einmottung vorgesehenen Kraftwerks, doch die Kosten dafür will Firmenchef Wolfgang Anzengruber nicht auf sich sitzen lassen. "Wir wollen einen Einspruch zu der einstweiligen Verfügung machen, denn da geht es auch darum, wer bezahlt das", sagte Anzengruber am Mittwoch in einem Radiointerview mit dem Österreichischen Rundfunk (ORF). Ein Schiedsgericht soll nun klären, wer für die Kosten für den Weiterbetrieb des Kraftwerks Mellach aufkommt.

Der steirische Versorger Energie Steiermark AG (Estag) hatte kürzlich per einstweiliger Verfügung erreicht, dass Verbund im bevorstehenden Winter mindestens eines der beiden Kraftwerke in der Steiermark als Reserve bereit halten muss. Hintergrund ist ein Vertrag, der Verbund verpflichtet, Estag bis 2020 mit bis zu 230 Megawatt Wärmeleistung zu beliefern. Estag wiederum versorgt den Großraum der steirischen Hauptstadt Graz. Bei einer Abschaltung Mellachs befürchtet der regionale Versorger, dass die Fernwärmeversorgung für Graz gefährdet sei. Verbund hatte im Frühjahr eigentlich beschlossen, das hochmoderne Gaskraftwerk Mellach aus Kostengründen einzumotten und das mit Öl betriebene Fernheizkraftwerk Neudorf/Werndorf II zu schließen. Grund dafür sind die stark gesunkenen Strom-Großhandelspreise, durch die sich der Betrieb der Anlagen nicht mehr rentiert.

Das Ölkraftwerk Neudorf/Werndorf stehe als Reserve nicht mehr zur Disposition, denn dieses sei bereits geschlossen, sagte Anzengruber zum ORF. Verbund will das Reservekraftwerk Mellach aber nicht ohne Gegenleistung zur Verfügung stellen. Nach Aussagen von Estag-Vorstand Christian Purrer habe man sich aber preislich nicht einigen können. "Da geht es um eine Größenordnung von bis zu 20 Millionen Euro Zusatzkosten pro Jahr", sagte Purrer zum ORF. Eine Verbund-Sprecherin wollte die Summe nicht bestätigen. Der Ball liegt nun beim Schiedsgericht. Eine Entscheidung erwartet Verbund in einigen Monaten.

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EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte

Rom/Menlo Park (APA) - Nachdem die US-Internetriesen Google und Amazon wegen vermuteter Steuerhinterziehung ins Visier der italienischen Justiz geraten sind, hat sich Facebook mit Italiens Steuerbehörden auf die Zahlung von 100 Mio. Euro geeinigt, um ein Steuerverfahren abzuschließen. Die Mailänder Justiz hatte dem E-Commerce-Riesen Steuerhinterziehung in Höhe von 300 Mio. Euro vorgeworfen, so italienische Medien.
 

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Facebook einigt sich mit italienischem Fiskus und zahlt 100 Mio. Euro