Strafzölle - Voest prüft weitere Nordamerika-Investitionen kritisch

Wien/Washington (APA) - Der heimische Stahlkonzern voestalpine nimmt die Strafzölle von US-Präsident Donald Trump zum Anlass, geplante Investitionen in Nordamerika zu hinterfragen. Grundsätzlich sei das Unternehmen aber maximal mit drei Prozent seines Umsatzes betroffen, heißt es in einer Stellungnahme des Unternehmens. Der potenzielle wirtschaftliche Schaden sei daher überschaubar.

"Trotz der nur eingeschränkten Auswirkungen der Strafzölle auf unseren Konzern, veranlasst uns die aktuelle Vorgangsweise der US-Administration dazu, alle geplanten weiteren Investitionen in Nordamerika einer kritischen Überprüfung in Bezug auf ihre wirtschaftliche und politische Sinnhaftigkeit zu unterziehen", wird voestalpine-CEO Wolfgang Eder zitiert.

Das Unternehmen habe im Vorjahr in den USA rund 1,2 Mrd. Euro Umsatz gemacht. Zwei Drittel davon stammten aus lokaler Produktion. Inwieweit die übrigen Umsätze betroffen sind, "ist derzeit in eingehender Prüfung". "Faktum ist damit aber bereits auf Basis dieser Ziffern, dass maximal etwa 3 Prozent des aktuellen voestalpine-Konzernumsatzes von den US-Zöllen betroffen sein können und das wirtschaftliche Risiko damit selbst in einem Extremfall sehr überschaubar bleibt", so der Schluss des Unternehmens. Man sei aber in Hinblick auf von Trump in Aussicht gestellte Ausnahmeregelungen "auf Basis unserer vielfältigen und sehr spezialisierten Hightech-Aktivitäten in den USA guter Dinge, entsprechende Lösungen für die voestalpine zu finden".

"Realistischerweise" werde es noch einige Wochen dauern, bis die Details geklärt und allfällige Ausnahmen definiert sind. Die voestalpine habe schon vor einem Jahr eine "Taskforce USA" zur Beobachtung der US-Entwicklungen mit elf Mitarbeitern gebildet, das von US-Rechtsanwaltskanzleien, US-Partnerunternehmen und politischen Entscheidungsträgern vor Ort unterstützt werde.

Die voestalpine verweist auch auf 1,4 Mrd. Dollar (1,13 Mrd. Euro), die in den vergangenen Jahren in den USA investiert worden seien. 3.000 Arbeitsplätze seien damit in den USA entstanden. Auch seien die möglicherweise von den Importzöllen betroffenen Produkte "überwiegend in Nordamerika nicht oder kaum verfügbare High-Tech-Stähle, aus denen in den USA anspruchsvolle Halbfertig- oder Fertigprodukte erzeugt werden". Dazu gehöre aus Österreich in die USA exportiertes Stahlband, das von der "voestalpine Automotive Components" in Cartersville (Georgia) zu höchstfesten Leichtbaukomponenten für namhafte Automobilproduzenten in der Region verarbeitet werde. "Das Vormaterial für diese hochspezialisierten Produkte steht in den USA in dieser Qualität anderweitig nicht zur Verfügung", so die voestalpine. Auch Nahtlosrohre vor allem für die Öl- und Gasexploration werden in Kindberg in der Steiermark vorproduziert und in den USA zu Spezialprodukten weiterveredelt. Andere Beispiele seien Werkstoffe und Spezialteile für die Öl- und Gasindustrie sowie höchstbelastbare Flugzeugkomponenten aus der High Performance Metals Division, die in die USA importiert und dort weiterverarbeitet würden.

Frankfurt/London/Brüssel (APA/Reuters) - Die Regierungskrise in Großbritannien hält Anleger von Engagements an den Aktienmärkten ab. Der Dax schloss am Freitag knapp im Minus mit 11.341 Punkten und auch der EuroStoxx50 gab auf 3184 Zähler nach. Auch die Wiener Börse hat knapp im Minus geschlossen. Der ATX fiel 1,01 Punkte oder 0,03 Prozent auf 3.134,10 Einheiten. Der US-Standardwerteindex Dow Jones kam ebenfalls kaum vom Fleck.
 

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Brexit-Chaos macht Anlegern weiter zu schaffen

Washington (APA/Reuters) - Die US-Notenbank Fed steuert laut ihrem Vizechef Richard Clarida auf einen Zinssatz zu, der die Konjunktur weder hemmt noch fördert. Sich auf einem solchen "neutralen" Niveau zu bewegen, sei sinnvoll, sagte der Währungshüter am Freitag dem Sender CNBC. Er sei nicht der Meinung, dass die Erhöhungen der Fed zu weit gingen oder zu schnell vollzogen würden.
 

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Vizechef der US-Notenbank für Zinserhöhungen mit Augenmaß

Rom (APA) - Der italienische Premier Giuseppe Conte plant ein Treffen mit EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker, um ihm zu erklären, warum Italien an seinem umstrittenen Haushaltsplan festhält. Anfang nächster Woche werde er Kontakt zu Juncker aufnehmen, berichtete Conte am Freitag im Gespräch mit Journalisten in Rom.
 

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Italien-Budget: Conte plant nächste Woche Treffen mit Juncker