Strafzölle - Deutscher Außenhandelspräsident warnt vor Vergeltung

Berlin (APA/Reuters) - Im Handelskonflikt mit den USA warnt der deutsche Außenhandelspräsident Holger Bingmann vor Vergeltungsmaßnahmen der EU. Bingmann sagte der "Heilbronner Stimme" vom Mittwoch, niemand wolle einen Handelskrieg: "Wir, die deutsche Wirtschaft, schon gar nicht." Es gebe eine spürbare Verunsicherung, weshalb er nicht noch mehr Öl ins Feuer gießen wolle.

"Die Komplexität der weltweiten Handels- und Finanzströme mit enorm vielen Akteuren macht die Situation so gefährlich", sagte Bingmann: "Ich hoffe, dass niemand überreagiert und etwas Unbedachtes lostritt."

Die EU-Kommission berät am Mittwoch über Gegenmaßnahmen gegen die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Schutzzölle auf Stahl und Aluminium. Bingmann mahnte: "Deeskalation tut not! Vergeltungsmaßnahmen sind kein ungefährliches Mittel." Der deutsche Außenhandel unterstütze die Position der Berliner Regierung, jetzt nicht mit gleicher Münze ohne Rücksicht auf Verluste zurückzuzahlen. "Es gilt angemessen und abgestimmt mit den internationalen Partnern im Rahmen der bewährten WTO-Regeln zu reagieren", sagte er: "Und da gibt es auch Schutzmöglichkeiten jenseits von Strafzöllen."

Die Folgen von Strafzöllen könnten dramatisch sein, warnte Bingmann: "Kommt es zu einer Spirale wechselseitig verhängter Strafzölle auf diverse Produkte, kostet das mit Sicherheit eine Menge Arbeitsplätze auf beiden Seiten des Atlantiks."

London (APA/Reuters/dpa) - Einen Tag nach dem von Konfrontation geprägten EU-Gipfel in Salzburg hat die britische Premierministerin Theresa May Härte demonstriert und von Brüssel neue Brexit-Vorschläge gefordert. Die Verhandlungen seien in einer Sackgasse. "Ich habe die EU immer mit Respekt behandelt. Großbritannien erwartet dasselbe", sagte May in ungewöhnlich scharfen Worten am Freitag in London.
 

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May demonstriert nach EU-Gipfel Härte in Brexit-Gesprächen

Wien/Stuttgart (APA) - "Wir müssen ein anderes Denken üben", so der Appell von Eckhard Minx, Zukunftsforscher und Vorstandssprecher der "Daimler und Benz Stiftung" beim heutigen "Deutsch-Österreichischen Technologieforum" in Wien. Die Menschen hätten das "Trugbild der Beständigkeit" im Kopf, dabei stehe die Gesellschaft vor einem grundsätzlichen Wandel. "Digitalisierung ist so was wie ein Tsunami", so Minx.
 

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Zukunftsforscher: "Digitalisierung ist so was wie ein Tsunami"

Wien (APA) - Zahlreiche Missstände hat der Rechnungshofbericht zur bereits aufgelösten Bundesanstalt für Verkehr (BAV) zutage gebracht. Nachdem der RH die Staatsanwaltschaft eingeschaltet hat, wird gegen drei Beschuldigte wegen Amtsmissbrauch und Untreueverdacht ermittelt. So sollen Millionen zu viel überwiesen worden sein, knapp 350.000 Euro ohne Gegenleistung gezahlt und Untersuchungsberichte nie veröffentlicht worden sein.
 

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Bundesanstalt für Verkehr: Amtsmissbrauch- und Untreueverdacht