Steuervermeidung auf Malta - SPÖ sieht Schelling gefordert

Brüssel (APA) - Nach der Erkenntnis des Panama-Untersuchungsausschusses, dass 750 österreichische Firmen Malta zur Steuervermeidung nützen, sieht die SPÖ Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) gefordert. "Ich erwarte mir von den EU-Finanzministern, dass sie die jüngsten Paradise Leaks ernst nehmen und auch gegen Steuertrickser in den eigenen Reihen vorgehen", sagte SPÖ-Delegationsleiterin Evelyn Regner.

Finanzminister Schelling sei jetzt gefordert, jeden einzelnen der 750 bekannt gewordenen Fälle genau zu prüfen, ob Steuerhinterziehung stattgefunden hat. "Denn das entgangene Steuergeld würden wir dringend brauchen", so die Europaabgeordnete.

Einmal mehr zeige sich, dass es Steuersümpfe nicht nur auf fernen Inseln, sondern auch mitten in der Europäischen Union gebe. "Die EU-Finanzminister arbeiten gerade an einer schwarzen Liste für Steuersümpfe, die es ermöglicht Sanktionen zu verhängen. Auf diese Liste müssen auch europäische Staaten gesetzt werden." Ein aktueller Bericht der NGO Oxfam zeige, dass aufgrund ihrer Steuerpraxis zumindest die vier europäischen Länder Malta, Luxemburg, Niederlande und Irland auf die Liste gesetzt werden müssten.

Brüssel (APA/AFP) - Die EU-Kommission wappnet sich für die Verhängung möglicher Gegenzölle auf US-Produkte, falls die Europäische Union nicht von US-Strafzöllen auf Stahl und Aluminium ausgenommen wird. Am Freitag informierte die Brüsseler Behörde offiziell die Welthandelsorganisation WTO darüber, dass sie zur Verhängung von Gegenmaßnahmen bereit sei, wie die Kommission mitteilte.
 

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EU meldet Vergeltungszölle gegen USA bei WTO an

Tokio (APA/Reuters) - Japan will die US-Zölle auf Stahl und Aluminium unter Umständen nicht hinnehmen. Man behalte sich das Recht vor, Gegenmaßnahmen zu ergreifen, erklärte das Außenministerium am Freitag in Tokio. Demnach wurde auch die Welthandelsorganisation darüber informiert. Eine Umsetzung der Gegenmaßnahmen hänge von weiteren Schritten der USA und ihre potenziellen Auswirkungen auf japanische Firmen ab.
 

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Japan erwägt Maßnahmen gegen US-Zölle auf Stahl und Aluminium

Wien/Valletta (APA) - Malta ist neben Gibraltar die europäische Hochburg für Online-Glücksspiel. Fast 300 Online-Casinos und -Wettfirmen sind auf der Insel registriert und bedienen von dort aus Kunden in allen EU-Staaten. Die maltesische Glücksspielbehörde überwacht den Sektor aber kaum, er ist seit langem im Griff der italienischen Mafia.
 

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Digitale Glücksspielhochburg Malta im Griff der italienischen Mafia