Steuerreform - Bausparkassen bieten Hilfe bei Immo-Bewertungen an

Wien - Die heimischen Bausparkassen bieten zur Umsetzung der Steuerreform Unterstützung bei der Bewertung von Immobilien zur Ermittlung der Grunderwerbsteuer an. Künftig soll die GrESt im Erb- oder Schenkungsfall ja nicht mehr vom dreifachen Einheitswert, sondern dem Verkehrswert errechnet werden. Regionale Immo-Preisspiegel seien da zu unscharf, meinte s-Bauspar-Chef Josef Schmidinger zur APA.

Die Bausparkassen hätten in Österreich bisher mehr als eine Million Objekte finanziert und verfügten daher über einen sehr guten Überblick über die Preissituation. Denn laufend müssten die Institute für die Hypotheken die Belehnungswerte ermitteln. "Wir verfügen über eine riesige Datenbank. Wir könnten die zur Verfügung stellen - wenn die Steuer das anerkennt", so Schmidinger.

Alternativ wäre zur Ermittlung des Verkehrswerts ein gerichtlich beeideter Sachverständiger nötig, "der verlangt aber dann 2.500 Euro". Ein Notar, wie vielfach argumentiert, reiche wohl nicht für die Bewertung aus, seine Aufgabe sei die Bemessung und Abwicklung der Grundsteuer.

Damit ein flächendeckendes System unter Einbindung der Bausparkassen wasserdicht ist, müsste die Finanz in einem Erlass erklären, dass sie eine solche Vorgangsweise als eine taugliche Basis zur Selbstbemessung ansieht. "Da sehe ich wegen der hohen Datendichte, über die wir verfügen, eine Möglichkeit für die Bausparkassen", so Schmidinger: "Da könnten wir den Fiskus unterstützen." Und Angst, dass die Institute die Verkehrswerte zu niedrig ansetzen würden, müsse die Finanz aufgrund der laufenden Belehnungen nicht haben, bei denen man kaufmännisch vorsichtig vorgehe.

Die vorhandenen Immobilien-Preisspiegel - auch jener, den die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) jährlich für die Bundesländer bzw. die Landeshauptstädte erstellt - seien für die Einzelfallbewertung nicht genau genug. "Das reicht nicht zur Feststellung der konkreten Verkehrswerte. Es könnte dann häufig der VfGH wegen mangelnder sachlicher Differenzierung angerufen werden", meint der s-Bauspar-Chef, dessen Institut turnusmäßig ab Juli den Vorsitz im Arbeitsforum der Österreichischen Bausparkassen (AÖB) führen wird.

Das Aufkommen an Grunderwerbsteuer betrug im Kalenderjahr 2014 zirka 865 Mio. Euro. Im Schnitt der Jahre 2017 bis 2019 wird mit der Steuerreform ein Zielwert von "mindestens 900 Mio. Euro" jährlich angepeilt. Diese mehrjährige Zeitspanne wurde deshalb als Referenz gewählt, weil für 2015 und 2016 mit erheblichen Vorzieheffekten bei Immo-Übertragungen gerechnet wird.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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