Steirische AVL 2015 wieder mit zehnprozentigem Umsatzwachstum

Der Grazer Antriebsentwickler und Prüftechnikspezialist AVL List GmbH hat zum zweiten Mal in Folge eine zehnprozentige Umsatzsteigerung erzielt. Der Umsatz stieg 2015 von 1,15 auf 1,27 Mrd. Euro, sagte CEO Helmut List am Dienstag im APA-Gespräch. Im Bereich Tech Center wurde heuer Stuttgart in Betrieb genommen, mit Jahresende soll Tokio folgen.

Auch die Anzahl der Mitarbeiter weltweit ist gewachsen, sagte List. Mehr als 8.050 (davon 3.450 in Graz) sind in 45 Niederlassungen tätig (2014: 7.470, davon 3.220 in Graz). Der Exportanteil des Unternehmens beträgt seit Jahren stabil rund 96 Prozent. Der Anteil der eigenfinanzierten Forschung beläuft sich auf rund 10 Prozent des Umsatzes. Die genaue Anzahl der Patente - auch im Software-Bereich - könne noch nicht genannt werden, aber dürfte wie jedes Jahr zwischen 70 und 100 betragen (2014: 74).
Die im Vorjahr im APA-Gespräch zur Bilanz angesprochene Plattform von mobilen Messsystemen habe sich als größeres Potenzial für zusätzliches Geschäftsvolumen erwiesen. Diese messen die sogenannten "Real Driving Emissions" (RDE) - also Emissionswerte im tatsächlichen Fahrbetrieb auf der Straße - und nicht nur Testzyklen. "Wir haben die Möglichkeiten, eine ganze Tool Box von Messsystemen für das reale Fahrzeug anzubieten, nicht nur in Bezug auf Emissionen", sprach List die immer komplexer werdende Integration von Motor, Antriebsstrang und Elektronik an.
Der Verbrennungsmotor - auch in Kombination mit dem E-Motor - sei noch lange nicht am Ende der Entwicklung und der Ausnutzung seines Potenzials, Schadstoff-Ausstöße können weiter gesenkt werden, so List. "Ich halte allerdings nichts von einer Gesetzgebung, die eine bestimmte Technologie vorschreibt", so List. Es gehe darum, die Zielwerte für die Senkung der Umweltbelastung zu definieren, und das könne mit unterschiedlichsten Technologien erreicht werden, unabhängig davon, ob mit Verbrennungs-, E-Motor, Hybrid oder einem Mix davon umgesetzt.
Was die Wirtschaftslage in China angehe, so habe sich diese nicht auf die AVL-Aktivitäten ausgewirkt. Die Schadstoffbegrenzungsnorm Euro 6 ist festgelegt, und der E-Antrieb und die Hybridisierung werden vorangetrieben. Auch im wichtigen Markt Indien werde Euro 6 für 2020 eingeführt, Euro 5 wurde gleich übersprungen.
Das heuer eröffnete Test- und Engineering-Center bei Stuttgart sei gut angelaufen, mit Jahresende gehe ein weiteres im Großraum Tokio in Betrieb: "Wir können mit Stolz sagen, wir haben den Sprung dorthin geschafft", sagte List. Mit den Tech Centers sei man nahe am Kunden, wenngleich die wichtigsten Forschungsaktivitäten in Graz konzentriert blieben.
Die 1948 gegründete AVL ist nach eigenen Angaben das weltweit größte, unabhängige Unternehmen für die Entwicklung, Simulation und Prüftechnik von Antriebssystemen in den Bereichen Hybrid, Verbrennungsmotoren, Getriebe, -Motoren, Batterien und Software) für Pkw, Lkw und Großmotoren.

Brüssel/Mountain View /Menlo Park (APA/dpa) - Trotz Widerständen aus anderen EU-Ländern will der französische Präsident Emmanuel Macron sein Vorhaben einer Besteuerung von Internet-Giganten vorantreiben. Er setze dabei auch auf die Zusammenarbeit mit Deutschland, sagte Macron beim EU-Gipfel in Brüssel am Freitag. Es sei ein Problem, dass große Internetfirmen in manchen Mitgliedstaaten bisher keine Mehrwertsteuer zahlten.
 

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Macron lässt bei Steuer für Internet-Giganten nicht locker

Peking (APA/Reuters) - Die EU prüft, ob chinesische Firmen Elektro-Fahrräder in Europa nur dank unfairer Beihilfen zu Niedrig-Preisen anbieten können. Die EU-Kommission leitete am Freitag die Untersuchung einer Beschwerde ein, die der Europäische Fahrradhersteller-Verband (EBMA) Anfang Oktober eingereicht hatte.
 

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EU prüft Dumping-Vorwürfe gegen E-Bike-Hersteller aus China

Windhuk (APA) - Der afrikanische Staat Namibia macht ernst mit Airbnb-Vermietern: Melden oder erwischt werden und ins Gefängnis gehen, heißt die neue Losung. Bis zum Jahresende kann man sich noch bei der Tourismus-Regulierungsbehörde anmelden. Der Tourismussektor trägt rund 15 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) des südafrikanischen Landes bei, das etwa bei Safari-Freunden beliebt ist.
 

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Namibia greift bei Airbnb-Vermietern hart durch