Steirische Auto-Stiftung im Finale: Magna vergab 3.000 neue Jobs

Graz/Aurora (APA) - Die steirische Automotive-Stiftung, die das AMS Steiermark gemeinsam mit dem Land und Magna 2015 eingerichtet hat, ist so gut wie abgeschlossen. Etwa 1.700 Männer und Frauen haben in den vergangenen Jahren ihre arbeitsplatznahe Ausbildung abgeschlossen oder zumindest begonnen. 80 Plätze stehen noch zur Verfügung, hieß es am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Graz.

Die Gesamtkosten der Stiftung belaufen sich auf rund 9,2 Mio. Euro, wobei 3,7 Mio. Euro von Magna beigesteuert wurden. Den Rest teilten sich AMS und das Land Steiermark mit je 2,75 Mio. Euro auf. Bisher flossen rund 8,7 Mio. Euro, schilderte AMS Steiermark-Geschäftsführer Karl Heinz Snobe. Davon wurde etwa eine Mio. Euro für Stipendien verwendet: Im Schnitt bekam zusätzlich zum Arbeitslosengeld jeder Teilnehmer der Stiftung monatlich 140 Euro als eine Art Bonus von Magna dazu.

Insgesamt hat Magna rund 3.000 neue Mitarbeiter in den vergangenen zweieinhalb Jahren aufgenommen. Personal-Chef Hansjörg Tutner zufolge waren mehr als 40.000 Bewerbungen eingelangt und es wurden fast 15.000 Bewerbungsgespräche geführt. "Wir haben das vielleicht größte Personalprojekt Österreichs zum Abschluss gebracht", fasste Tutner zusammen. Der Personalstand in Graz-Thondorf liege nun bei etwa 9.700 Mitarbeitern.

Snobe zufolge war es der bisher größte AMS-Vermittlungsauftrag eines einzelnen Unternehmens österreichweit: "Magna hat sogar unseren Pressesprecher gleich mitabgeworben", meinte der Geschäftsführer mit Bedauern. Durch den Erfolg der Stiftung hoffe er auch auf andere Unternehmen, die gemeinsam mit dem AMS arbeitsplatznahe Ausbildungen starten wollen. Die Drop-out-Quote der Stiftung lag bei rund 9 Prozent. Bei den rund 300 auszubildenden Fachkräften mit Lehrabschlussprüfung waren es sogar nur 2,7 Prozent, was ein sehr niedriger Wert sei, so der AMS-Chef.

Laut Soziallandesrätin Doris Kampus (SPÖ) wurden die Ziele mit der Automotive-Stiftung erreicht: Sie folgte dem Strukturwandel im Automotive-Bereich, dringend benötigte Fachkräfte sowie arbeitslose Menschen wurden qualifiziert. Bis Ende 2018 können noch Interessenten in die Stiftung eintreten. Bis 2020 müssen alle Ausbildungen abgeschlossen sein.

Für Magna war die Personal-Offensive notwendig geworden, weil man zuletzt sechs Fahrzeuganläufe zu bewältigen hatte und hat: der BMW 5er, die beiden Jaguar I-Pace und E-Pace, der neue Mercedes "Puch" G-Klasse sowie zwei weitere neue Fahrzeugprojekte für BMW, verriet Tutner. Eine Bestätigung dafür, dass sich darunter auch die Neuauflage des Toyota Supra befindet, der auf Basis des in Graz gefertigten BMW Z4 gebaut werden soll, gab es von seiner Seite jedoch noch nicht.

Kampus kritisierte die von der schwarz-blauen Regierung angedachten Einsparungen beim AMS: "Die würden uns massiv treffen." Snobe erklärte, dass die kürzliche eingerichtete Pflege-Stiftung zwar schon ausfinanziert sei, neue Stiftungen müssten aber erst in einem möglichen kleineren Finanzrahmen einkalkuliert werden: "Die kolportierten Einsparungen haben wir aber noch nicht quantitativ bestätigt bekommen."

London (APA/Reuters/dpa) - Einen Tag nach dem von Konfrontation geprägten EU-Gipfel in Salzburg hat die britische Premierministerin Theresa May Härte demonstriert und von Brüssel neue Brexit-Vorschläge gefordert. Die Verhandlungen seien in einer Sackgasse. "Ich habe die EU immer mit Respekt behandelt. Großbritannien erwartet dasselbe", sagte May in ungewöhnlich scharfen Worten am Freitag in London.
 

Newsticker

May demonstriert nach EU-Gipfel Härte in Brexit-Gesprächen

Wien/Stuttgart (APA) - "Wir müssen ein anderes Denken üben", so der Appell von Eckhard Minx, Zukunftsforscher und Vorstandssprecher der "Daimler und Benz Stiftung" beim heutigen "Deutsch-Österreichischen Technologieforum" in Wien. Die Menschen hätten das "Trugbild der Beständigkeit" im Kopf, dabei stehe die Gesellschaft vor einem grundsätzlichen Wandel. "Digitalisierung ist so was wie ein Tsunami", so Minx.
 

Newsticker

Zukunftsforscher: "Digitalisierung ist so was wie ein Tsunami"

Wien (APA) - Zahlreiche Missstände hat der Rechnungshofbericht zur bereits aufgelösten Bundesanstalt für Verkehr (BAV) zutage gebracht. Nachdem der RH die Staatsanwaltschaft eingeschaltet hat, wird gegen drei Beschuldigte wegen Amtsmissbrauch und Untreueverdacht ermittelt. So sollen Millionen zu viel überwiesen worden sein, knapp 350.000 Euro ohne Gegenleistung gezahlt und Untersuchungsberichte nie veröffentlicht worden sein.
 

Newsticker

Bundesanstalt für Verkehr: Amtsmissbrauch- und Untreueverdacht