Stärkstes Job-Wachstum in Euro-Zone seit vier Jahren

Trotz eines leicht verlangsamten Wachstums schaffen die Unternehmen der Euro-Zone so viele Stellen wie zuletzt 2011. Das signalisiert einen robusten privaten Konsum, der die Währungsunion unabhängiger macht gegen die schwächelnde Nachfrage von außen. Dass die Weltkonjunktur wackelt, zeigt China: Dort schrumpfte die Industrie bereits den dritten Monat in Folge.


Der Einkaufsmanager-Index für die Industrie und Dienstleister der Euro-Zone fiel im Mai zwar überraschend um 0,5 auf 53,4 Punkte, wie das Markit-Institut am Donnerstag zu seiner Umfrage unter 5000 Unternehmen mitteilte. "Gleichwohl blieb das Wachstum robust genug, dass sich der Jobaufbau so stark beschleunigte wie seit vier Jahren nicht mehr." Das Barometer hielt sich über der Marke von 50 Zählern, ab der es Wachstum signalisiert.

"Der Aufschwung hat zum zweiten Mal in Folge leicht an Fahrt verloren", sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. Dies sei momentan kein allzu großes Problem. "Dass es mit der Beschäftigung derzeit so rasant aufwärtsgeht, liegt vor allem an dem guten Geschäftsklima und der Zuversicht unter den Arbeitgebern, insbesondere in der Industrie", ergänzte Williamson. Dort kurbele der schwache Euro das Exportgeschäft an.

Die Unternehmen kauften allerdings Vorleistungen und Rohstoffe deutlich teurer ein als zuletzt. Ihre Einkaufspreise legten so kräftig zu wie seit drei Jahren nicht mehr. "Dies dürfte sich alsbald wieder in höheren Inflationsraten niederschlagen", sagte Williamson. Der Europäischen Zentralbank kommt das gelegen. Sie pumpt im Kampf gegen eine drohende Deflation - einen Preisverfall auf breiter Front - viel Geld in die Wirtschaft.

Frankreich fängt sich und Spanien macht Fortschritte

In Deutschland verlor die Wirtschaft erneut an Fahrt, wächst aber weiter. In Frankreich, der anderen großen Volkswirtschaft der Währungsunion, kletterte das Barometer in Richtung 50-Punkte-Marke. Einstige Krisenstaaten wie Spanien und Irland legen zudem weiter kräftig zu. "Die Aufwärtsentwicklungen in einzelnen Mitgliedsländern dürften sich durch die engen Wirtschaftsbeziehungen gegenseitig unterstützen", sagte Allianz-Ökonomin Claudia Broyer.

Die chinesische Industrie schrumpfte derweil im Mai den dritten Monat in Folge. Der von der Großbank HSBC und Markit erhobene Einkaufsmanager-Index legte zwar um 0,2 auf 49,1 Punkte zu, verharrte aber unterhalb der Wachstumsschwelle. Chinas Ministerpräsident Li Keqiang gab sich dennoch optimistisch, dass das für 2015 ausgegebene Wachstumsziel von sieben Prozent erreicht wird.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte